Die US-Justiz hat im Rahmen einer großangelegten Operation gegen Online-Anlagebetrug Kryptowährungen im Wert von über 701 Millionen Dollar eingefroren. Die Maßnahme ist Teil einer umfassenderen Kampagne gegen sogenannte „Scam Centers“, die laut Behörden vor allem amerikanische Opfer betrogen haben.
Es handelt sich um eine der bislang größten kryptobezogenen Maßnahmen der US-Regierung.
Hunderte Fake-Websites offline genommen
Die Operation ging über das Einfrieren von Vermögenswerten hinaus. Insgesamt wurden 503 gefälschte Investitionswebsites offline genommen. Diese Seiten wurden genutzt, um Opfer dazu zu bringen, Krypto für betrügerische Investitionen zu überweisen.
Besucher erhalten nun eine Meldung, dass die Domains von den Ermittlungsbehörden beschlagnahmt wurden.
Zudem wurde ein Telegram-Kanal geschlossen, der laut Justiz zur Rekrutierung ahnungsloser Arbeitssuchender für betrügerische Operationen in Kambodscha genutzt wurde.

Haftbefehle und Belohnungen für Hinweise
Die US-Behörden veröffentlichten zudem Haftbefehle gegen zwei chinesische Verdächtige, die mit einer großangelegten Krypto-Betrugsaktion in Myanmar in Verbindung stehen sollen.
Auffällig ist, dass das US-Außenministerium sogar ein Kopfgeld von 10 Millionen Dollar für Informationen ausgesetzt hat, die dazu beitragen, diese Betrugsnetzwerke weiter zu zerschlagen.
Relevanz für den Kryptosektor
Diese Entwicklung betrifft die Branche in vielerlei Hinsicht. Einerseits sind dies negative Nachrichten, da sie erneut das Ausmaß des Betrugs in Teilen des Kryptomarktes offenlegen.
Andererseits kann sich dies positiv auf die Glaubwürdigkeit auswirken. Denn eine strengere Rechtsdurchsetzung kann zu mehr Vertrauen in die Branche beitragen, insbesondere wenn gestohlene Gelder tatsächlich an die Opfer zurückgegeben werden können.
Für institutionelles Kapital ist dies eine wichtige Entwicklung. Die Märkte schätzen ein Umfeld, in dem aktiv gegen Betrug vorgegangen wird.
Weltweite Maßnahmen nehmen zu
Die Vereinigten Staaten sind dabei nicht allein. Auch Singapur führte kürzlich gemeinsam mit Börsen und Blockchain-Analysefirmen eine große Operation durch, bei der laut Berichten ein potenzieller Schaden von 2,86 Millionen Dollar verhindert wurde.
Interessant ist, dass diese beschlagnahmten Kryptowährungen indirekt auch die Diskussion um die strategische Bitcoin-Reserve betrifft, die teilweise mit beschlagnahmten digitalen Vermögenswerten finanziert werden soll.
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