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Die amerikanische Glücksspielindustrie hat den Senat aufgerufen, Sportwetten über Vorhersagemärkte wie Kalshi und Polymarket ausdrücklich zu verbieten.
Laut verschiedenen Branchenorganisationen bieten diese Plattformen faktisch Sportwetten an, unterliegen jedoch nicht denselben Regeln wie traditionelle Glücksspielunternehmen. Damit droht ein neuer Rechtsstreit, der auch Auswirkungen auf den breiteren Kryptosektor haben könnte.
Der Aufruf bezieht sich auf den Digital Asset Market Clarity Act (CLARITY Act), einen Gesetzentwurf, der mehr Klarheit über die Regulierung von digitalen Vermögenswerten und Kryptomärkten in den USA schaffen soll.
In einem gemeinsamen Schreiben fordern unter anderem die American Gaming Association, die Indian Gaming Association und verschiedene Gewerkschaften ein ausdrückliches Verbot von sportbezogenen Ereigniskontrakten über Vorhersagemärkte.
Laut den Organisationen haben Plattformen wie Kalshi und Polymarket in den letzten anderthalb Jahren für eine beispiellose Ausweitung der Glücksspielaktivitäten in den USA gesorgt. Dabei weisen sie darauf hin, dass dieses Wachstum ihrer Ansicht nach ohne die Zustimmung der Bundesstaaten, Wähler oder Gesetzgeber stattgefunden hat.
Auffallend ist, dass die beteiligten Organisationen normalerweise nicht immer dieselbe Ansicht zur Glücksspielpolitik vertreten. In diesem Fall ziehen sie jedoch gemeinsam gegen das Aufkommen der Vorhersagemärkte ins Feld.
Die Diskussion dreht sich größtenteils um die Frage, wer die Aufsicht über diese Märkte führen soll.
Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) betrachtet viele der von Kalshi und Polymarket angebotenen Kontrakte als Finanzderivate. Daher beansprucht die Aufsichtsbehörde Zuständigkeit für diese Produkte.
Unter der Leitung von Vorsitzendem Michael Selig hat sich die CFTC in letzter Zeit mehrfach hinter Vorhersageplattformen gestellt, in Konflikten mit US-Bundesstaaten.
Die Glücksspielindustrie ist damit nicht einverstanden. Laut dem Sektor wurde die CFTC eingerichtet, um Finanzmärkte zu regulieren und nicht, um Sportwetten oder andere Glücksspiele zu überwachen.
Laut der Branche verfügen Staaten und Stammesbehörden seit vielen Jahren über umfassende Regeln für Sportwetten und Casinos. Wenn Vorhersagemärkte außerhalb dieses Systems operieren, entstünde nach ihrer Ansicht ein ungleicher Wettbewerb.
Nach Angaben der American Gaming Association sind den Bundesstaaten seit dem Angebot von Sportkontrakten durch Vorhersagemärkte etwa 1,08 Milliarden Dollar an Steuereinnahmen entgangen.
Der Konflikt reicht mittlerweile über den Glücksspielsektor hinaus. Der CLARITY Act zielt darauf ab, die Zuständigkeiten zwischen der Securities and Exchange Commission (SEC) und der CFTC neu zu verteilen. Damit könnte das Gesetz erhebliche Folgen für die Zukunft des US-Kryptomarktes und die Regulierung digitaler Finanzprodukte haben.
Das amerikanische Repräsentantenhaus hat den Gesetzentwurf bereits gebilligt. Die Behandlung im Senat gestaltet sich jedoch schwierig aufgrund von Diskussionen über Stablecoins, tokenisierte Aktien und breitere ethische Fragen innerhalb des Kryptosektors.
Dennoch erwarten mehrere US-Abgeordnete, dass das Gesetz später in diesem Jahr verabschiedet wird.
Juristische Experten erwarten, dass der Konflikt letztlich beim Obersten Gerichtshof der USA enden könnte.
Das wäre besonders relevant, da dasselbe Gericht 2018 entschied, dass die US-Staaten selbst entscheiden dürfen, ob sie Sportwetten zulassen und regulieren.
Kalshi, Polymarket und die CFTC halten jedoch daran fest, dass Ereigniskontrakte als Finanzderivate, auch Swaps genannt, betrachtet werden sollten. Wenn diese Argumentation Bestand hat, würden die Produkte ausschließlich unter bundesstaatliche Aufsicht fallen.
Ein endgültiges Urteil könnte daher nicht nur die Zukunft der Vorhersagemärkte bestimmen, sondern auch Einfluss darauf haben, wie neue Finanzprodukte im US-Kryptosektor reguliert werden.
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