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Die US-Wirtschaft erzählt derzeit zwei Geschichten. Einerseits investieren Unternehmen weiterhin kräftig in KI, Chips und Rechenzentren. Diese Investitionswelle stützt das Wachstum und den Aktienmarkt.

Auf der anderen Seite steht der Verbraucher zunehmend unter Druck. Die Haushalte geben weiterhin Geld aus, aber nicht, weil ihr Einkommen stark steigt. Sie greifen immer häufiger auf ihre Ersparnisse zurück.

Verbraucher leben von ihren Rücklagen

Die amerikanische Sparquote sank im April auf 2,6 Prozent. Im Februar lag sie noch bei 3,6 Prozent und ein Jahr zuvor bei 5,5 Prozent. Der langjährige Durchschnitt seit 1959 liegt bei 8,4 Prozent.

Amerikaanse consument spaart steeds minder.
Amerikanische Verbraucher sparen immer weniger. Quelle: Market Radar

Das ist ein wichtiges Signal. Die Verbraucher geben weiterhin Geld aus, aber ihr Puffer schrumpft.

Im April blieb das persönliche Einkommen unverändert und das verfügbare Einkommen sank um 19,9 Milliarden Dollar. Dennoch stiegen die nominalen Konsumausgaben um 0,5 Prozent. Real betrug der Anstieg lediglich 0,1 Prozent.

KI trägt das Wachstum

Zugleich bleibt der Investitionszyklus rund um KI stark. Unternehmen investieren weiterhin in Chips, Server, Rechenzentren und Infrastruktur. Dadurch bleibt das wirtschaftliche Wachstum auf dem Papier stabil, trotz Schwächen in konsumorientierten Sektoren.

Dies ist der Kern der Zweiteilung. Innerhalb des KI-Kreislaufs läuft die Maschine auf Hochtouren. Außerhalb wird der Verbraucher verletzlicher. Solange Technologie und Investitionen das gesamte Wachstum tragen, bleibt der Markt relativ stark. Doch die Grundlage dieses Wachstums wird schmaler.

Zinsen helfen dem Verbraucher nicht

Der Verbraucher hat vorerst kaum Aussicht auf Entlastung durch die Federal Reserve. Der Markt preist keine Zinssenkungen mehr ein. Im Gegenteil, es wird sogar mit einer Zinserhöhung im Laufe dieses Jahres gerechnet.

Markt erwartet Zinserhöhungen der US-Notenbank. Quelle: Market Radar

Das bedeutet, dass Hypotheken, Autokredite und Kreditkarten teuer bleiben. Solange der Arbeitsmarkt nicht eindeutig schwächer wird und die Inflation hoch bleibt, hat die Fed wenig Grund, ihre Politik schnell zu ändern. Damit bleibt der Druck auf die Haushalte bestehen.

Bitcoin fällt zurück

Bitcoin (BTC) passt gut in dieses Bild. In einem wirklich breiten „Risk-on“-Markt würde man erwarten, dass Bitcoin zusammen mit Aktien und Chips steigt. Das ist nicht der Fall.

Chips stehen deutlich höher, während Bitcoin im gleichen Zeitraum etwa 25 Prozent niedriger notiert. Laut Market Radar zeigt das, dass die Liquidität vor allem innerhalb des KI- und Aktienkreislaufs bleibt.

Für Bitcoin ist mehr überschüssige Liquidität erforderlich. Doch bei einer Sparquote von 2,6 Prozent hat der Verbraucher wenig zusätzliches Geld, um sich an das äußerste Risikoende des Marktes zu wagen.

Wo liegt das Risiko?

Die zentrale Frage ist, ob der Verbraucher schwach genug wird, um das gesamte Wachstum nach unten zu ziehen. Laut Market Radar sind drei Signale entscheidend.

Das erste ist der Arbeitsmarkt. Solange Arbeitsplätze und Löhne stabil bleiben, kann der Verbraucher noch eine Weile durchhalten. Steigt jedoch die Arbeitslosigkeit oder bewegen sich die Arbeitslosenanträge in Richtung 240.000 bis 250.000, wird das Bild gefährlicher.

Das zweite ist die Kreditvergabe. Eine sinkende Sparquote ist besorgniserregend, aber steigende Zahlungsrückstände bei Kreditkarten und Autokrediten stellen ein viel größeres Problem dar.

Das dritte ist der tatsächliche Konsum. Wenn sich der reale PCE von 0,1 Prozent auf null oder in den negativen Bereich bewegt, wird deutlich, dass die Verbraucher nicht nur mehr bezahlen, sondern auch tatsächlich weniger kaufen.

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