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Chinesische Technologieaktien werden immer teurer. Die Kombination aus Unterstützung aus Peking, renditesuchenden Privatanlegern und wachsendem Vertrauen in Chinas KI-Ambitionen hat die Bewertungen an den heimischen Tech-Börsen auf extreme Niveaus getrieben.
Der Star 50-Index in Shanghai, der die fünfzig größten und liquidesten Technologieunternehmen des Star Board umfasst, liegt in diesem Jahr 29 Prozent im Plus. Damit schneidet der Index deutlich besser ab als der breite CSI 300, der kaum vorankommt.
Vor allem die Bewertung fällt jedoch auf. Der Star 50 wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von mehr als 150 gehandelt. Zum Vergleich: Der Nasdaq 100 in den USA liegt bei etwa dem 35-Fachen des Gewinns. Der Abstand ist enorm.

Die hohen Bewertungen zeigen, dass Anleger nicht nur wegen des Momentums kaufen. Sie setzen vor allem auf die These, dass China den Rückstand auf das Silicon Valley verringern kann.
Neue KI-Modelle von Unternehmen wie Moonshot, der Aufstieg des Chipherstellers CXMT und der extrem gefragte Börsengang des Robotikunternehmens Unitree nähren dieses Narrativ. Unitree war bei Privatanlegern mehr als 5.500-fach überzeichnet.
Damit wird deutlich, dass der KI-Hype in China nicht auf professionelle Investoren beschränkt ist. Geld von Privatanlegern fließt in großem Stil in Technologie, Chips und Robotik.
Auch der chinesische Staat spielt eine große Rolle. Peking will die technologische Eigenständigkeit beschleunigen, vor allem wegen der US-Exportbeschränkungen für Chips und Chipmaschinen. Dadurch gewinnen Branchen wie Halbleiter, KI und Robotik strategisch an Bedeutung.
Staatlich gestützte Fonds kauften bereits Anfang des Jahres Aktien, nachdem eine weltweite Verkaufswelle bei Chipwerten auch China erfasst hatte.
Zudem wurden die Börsenregeln für Unternehmen gelockert, die noch keine Gewinne erzielen, aber in strategisch wichtigen Technologiebereichen tätig sind. Junge Tech-Firmen können dadurch schneller an die Börse gehen.
Das treibt die Bewertungen zusätzlich. Unternehmen, die in diesem Jahr in Shanghai an die Börse gingen, kamen im Schnitt auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 268 und ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 43. Das ist extrem hoch.

Auffällig ist, dass diese Börseneuphorie vor einem schwachen wirtschaftlichen Hintergrund stattfindet. China leidet weiterhin unter den Folgen einer schweren Immobilienkrise. Die Binnennachfrage bleibt schwach, konsumbezogene Aktien stehen unter Druck. Alibaba und Tencent haben in diesem Jahr deutlich verloren.
Peking scheint den Fokus jedoch weniger auf klassische Maßnahmen zur Ankurbelung des Konsums zu legen, sondern stärker auf den Aufbau neuer Wachstumsbranchen. Die Hoffnung ist, dass Technologie auf längere Sicht den alten Wachstumsmotor Immobilien ersetzt und neue, hochwertige Arbeitsplätze schafft.
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