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Der Zahlungsdienstleister Stripe übernimmt die KI-Start-up OpenRouter für mehr als 7 Milliarden Dollar, berichten mit der Sache vertraute Personen. Die Summe fällt vor allem deshalb auf, weil OpenRouter vor wenigen Monaten noch mit rund 1,3 Milliarden Dollar bewertet wurde.

Mit der Übernahme baut Stripe seine Präsenz im schnell wachsenden KI-Sektor aus. OpenRouter verschafft Entwicklern über eine einzige Plattform Zugang zu Hunderten KI-Modellen und hilft ihnen, je nach Aufgabe eine passende und kostengünstige Option zu wählen. Das gewinnt an Bedeutung, weil Unternehmen KI stärker einsetzen und zugleich die Kosten im Blick behalten müssen.

Offiziell bestätigt ist die Übernahme bislang nicht. Stripe erklärte, man äußere sich nicht zu „Gerüchten oder Spekulationen“, OpenRouter gab keinen Kommentar ab. Den Insidern zufolge kann sich der endgültige Kaufpreis noch ändern.

KI-Nachfrage treibt OpenRouter rasant an

OpenRouter wurde 2023 gegründet und bietet Entwicklern über eine einzige Plattform Zugang zu Hunderten unterschiedlichen KI-Modellen. Unternehmen müssen dadurch nicht für jedes Modell eigene Anbindungen an OpenAI, Anthropic oder andere Anbieter entwickeln.

Entwickler können für jede Aufgabe das am besten geeignete KI-Modell auswählen. Dabei geht es nicht nur um Leistung, sondern auch um Kosten und Verfügbarkeit. Für einfache Aufträge kann ein günstigeres Modell ausreichen, während komplexere Aufgaben ein leistungsfähigeres System erfordern.

Diese Flexibilität wird wichtiger, weil die Zahl verfügbarer KI-Modelle schnell steigt. OpenAI und Anthropic zählen zu den Marktführern, während chinesische Unternehmen zunehmend günstigere Alternativen anbieten.

OpenRouter profitiert davon erheblich. Im Mai teilte das Unternehmen mit, dass inzwischen 8 Millionen Entwickler die Plattform nutzen. Sie haben Zugang zu mehr als 400 verschiedenen KI-Modellen.

Vor allem der Aufstieg von KI-Agenten sorgt für zusätzliche Nachfrage. Diese Systeme können Aufgaben eigenständig ausführen und dabei verschiedene KI-Modelle nutzen. OpenRouter ermöglicht es, unkompliziert zwischen diesen Modellen zu wechseln und automatisch eine Alternative einzusetzen, wenn ein Modell nicht verfügbar ist.

Damit versucht OpenRouter faktisch, zur zentralen Schnittstelle für den schnell wachsenden Markt der KI-Modelle zu werden. Unternehmen müssen sich nicht an einen einzelnen Anbieter binden, sondern können für jeden Auftrag die Technologie wählen, die gerade am besten und günstigsten funktioniert.

Bewertung von OpenRouter steigt sprunghaft

Auffällig ist vor allem das Tempo, mit dem der Wert von OpenRouter gestiegen ist. Vor wenigen Monaten sammelte das KI-Start-up noch Kapital zu einer Bewertung von rund 1,3 Milliarden Dollar ein. Nun soll Stripe bereit sein, mehr als 7 Milliarden Dollar zu zahlen. Damit hat sich der Wert von OpenRouter binnen kurzer Zeit mehr als verfünffacht.

Seit der Gründung im Jahr 2023 hat das Unternehmen mehr als 150 Millionen Dollar an Investitionen eingesammelt. Dabei konnte OpenRouter einige prominente Namen aus dem Silicon Valley gewinnen. Eingestiegen sind unter anderem CapitalG, der Investmentarm von Alphabet, Andreessen Horowitz und Menlo Ventures.

Der endgültige Kaufpreis dürfte allerdings niedriger ausfallen als zunächst angenommen. The Wall Street Journal hatte zuvor berichtet, Stripe habe mit OpenRouter über eine Summe von rund 10 Milliarden Dollar gesprochen. Nach den jüngsten Informationen wurde nun eine Vereinbarung über mehr als 7 Milliarden Dollar erzielt, wobei sich der finale Betrag noch ändern kann.

OpenSea-Gründer mit dem nächsten Milliardenunternehmen

OpenRouter wurde von Alex Atallah gegründet, der zuvor zu den Mitgründern des NFT-Marktplatzes OpenSea gehörte. Das Unternehmen wuchs während des NFT-Booms rasant und sammelte mehr als 400 Millionen Dollar an Investitionen ein. Als das Interesse an NFTs nachließ, ging die Nutzung der Plattform jedoch deutlich zurück.

Atallah verließ OpenSea im Juli 2022 und startete weniger als ein Jahr später OpenRouter. Auch sein neues Unternehmen entwickelte sich in kurzer Zeit zu einer Milliardenfirma.

Eine Aussage Atallahs von Anfang dieses Jahres erhält durch die Übernahme eine besondere Note. Damals beschrieb er OpenRouter als das „Stripe der KI“. Nun ist es ausgerechnet Stripe selbst, das Insidern zufolge mehr als 7 Milliarden Dollar für die Übernahme des Unternehmens zahlt.

Für Stripe passt OpenRouter zudem gut zur bestehenden Rolle des Unternehmens. Der Zahlungsdienstleister stellt für viele Internetfirmen bereits die Infrastruktur hinter Online-Zahlungen bereit. Mit OpenRouter könnte Stripe versuchen, im KI-Bereich eine vergleichbare Position aufzubauen: als Plattform, über die Entwickler Zugang zu Hunderten unterschiedlichen KI-Modellen erhalten.

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