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Ethereum (ETH) könnte nach Einschätzung von Fundstrat-Gründer Tom Lee vor einer Phase stehen, in der der Coin besser abschneidet als Bitcoin (BTC). Der bekannte Marktstratege verweist dabei auf das ETH/BTC-Verhältnis, einen wichtigen Indikator, der aus seiner Sicht eine Erholung des breiteren Kryptomarkts signalisieren könnte.
Marktdaten zeigen jedoch, dass eine solche Wende noch nicht bestätigt ist. Ethereum muss zunächst einen entscheidenden technischen Widerstand überwinden, bevor Analysten tatsächlich von einem Trendwechsel sprechen.
Tom Lee schrieb am Sonntag auf X, Anleger sollten das ETH/BTC-Verhältnis genau im Blick behalten. Ein steigendes Verhältnis zwischen Ethereum und Bitcoin sei aus seiner Sicht ein Hinweis darauf, dass wieder Kapital in Richtung Altcoins fließt.
Das Verhältnis hat sich seit Anfang Juni von rund 0,026 auf etwa 0,0282 erholt. Damit sind erstmals seit Wochen wieder höhere Tiefs zu erkennen. Um 0,0286 liegt jedoch ein hartnäckiger Widerstand. Diese Marke stoppte bereits frühere Erholungsversuche.

Erst wenn Ethereum überzeugend über dieses Niveau ausbricht, erhält Lees optimistisches Szenario mehr technische Rückendeckung. Gelingt das nicht, könnte das Verhältnis nach Einschätzung von Analysten wieder in Richtung 0,027 oder sogar bis zum Juni-Tief bei rund 0,026 zurückfallen.
Lee sieht mehrere fundamentale Entwicklungen, die Ethereum in den kommenden Monaten stützen könnten. Als wichtige Treiber nennt er das Wachstum von Stablecoins, die zunehmende Tokenisierung finanzieller Vermögenswerte und ein klareres regulatorisches Umfeld in den USA.
Auch die institutionelle Nachfrage scheint vorsichtig zurückzukehren. US-Spot-Ethereum-ETFs verzeichneten Anfang Juli nach einem schwachen Juni wieder Nettozuflüsse. BlackRocks ETHA stach dabei mit fast 15 Millionen Dollar an neuen Investitionen an einem Handelstag besonders hervor.
Zudem sind inzwischen mehr als 33 Prozent aller ETH im Staking gebunden. Dadurch sinkt das unmittelbar verfügbare Angebot am Markt, was sich längerfristig positiv auf den Preis auswirken könnte.
Es gibt jedoch auch Einschränkungen. Bitcoin bleibt seit Monaten der stärkere Coin. Die Nachfrage nach Bitcoin-ETFs liegt weiterhin deutlich über der nach Ethereum, und die Bitcoin-Dominanz bewegt sich nach wie vor um 58 Prozent. Das deutet darauf hin, dass Anleger vorerst vor allem die größte Kryptowährung bevorzugen.

Lee zufolge könnte ein struktureller Anstieg von Ethereum gegenüber Bitcoin letztlich zum Startsignal für eine neue Altseason werden. Historisch betrachtet fließt Kapital häufig in kleinere Kryptowährungen weiter, sobald Ethereum besser abschneidet als Bitcoin.
Bislang ist davon jedoch noch keine Rede. Der Altcoin Season Index ist zwar auf rund 58 Punkte gestiegen, bleibt aber klar unter der Marke von 75, die üblicherweise als Bestätigung einer breiten Altcoin-Rally gilt.
Damit bleibt Lees Einschätzung vorerst vor allem ein Szenario, das Anleger beobachten dürften. Solange das ETH/BTC-Verhältnis am Widerstand um 0,0286 hängen bleibt, liefern die Charts noch kein Signal für eine endgültige Trendwende.
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