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Die Vereinigten Staaten unternehmen diese Woche neue Schritte in Richtung klarer Regeln für den Kryptosektor. Im Repräsentantenhaus liegen mehrere Gesetzesentwürfe auf dem Tisch, die Klarheit über die Steuerregeln für Kryptowährungen schaffen sollen. Gleichzeitig steckt der viel diskutierte Clarity Act, der die umfassendere Regulierung digitaler Vermögenswerte regeln soll, weiterhin im Senat fest.

Für den Kryptomarkt könnten die kommenden Wochen daher von großer Bedeutung sein. Sowohl die steuerliche Behandlung von Kryptowährungen als auch die zukünftige Regulierung der Branche stehen deutlich auf der politischen Agenda.

Repräsentantenhaus berät über Kryptosteuer

Der Finanzausschuss des amerikanischen Repräsentantenhauses hält am Dienstag eine Anhörung zu den Steuerregeln für Kryptowährungen ab. Dabei sind Vertreter unter anderem von Fidelity, Coinbase, Coin Center und der New York University anwesend.

Im Mittelpunkt stehen sieben separate Gesetzesentwürfe, die aus der früheren Digital Asset PARITY Act hervorgegangen sind. Die Vorschläge sollen Klarheit darüber schaffen, wie verschiedene Aktivitäten innerhalb des Kryptosektors steuerlich behandelt werden.

Unter anderem werden Einnahmen aus Krypto-Mining und Staking, Transaktionen mit Stablecoins, Kryptokredite, Wash Sales und Spenden von Kryptowährungen an Wohltätigkeitsorganisationen thematisiert. Auch die freiwillige steuerliche Offenlegung durch Steuerzahler ist Bestandteil der Diskussion.

Nach Meinung von Befürwortern erhöht die Aufsplittung der Gesetzgebung die Chancen auf eine Verabschiedung. Gesetzgeber können so jedes Thema einzeln prüfen, ohne direkt ein vollständiges Paket verabschieden zu müssen.

Kryptosektor sieht Vorteile in separaten Vorschlägen

Interessenverbände wie die Digital Chamber, die Blockchain Association und der Crypto Council for Innovation haben positiv auf diesen Ansatz reagiert.

Ihnen zufolge bekommen Entscheidungsträger dadurch mehr Spielraum, um komplexe Themen wie Staking, Mining und Kryptokredite sorgfältig zu analysieren. Das könnte letztendlich zu besseren Regelungen für sowohl Unternehmen als auch Investoren führen.

Dennoch gibt es nicht überall vollständige Übereinstimmung. Einige Marktteilnehmer sollen Bedenken gegen bestimmte Teile der Vorschläge haben. Welche Teile das genau sind, wurde bisher noch nicht bekannt gegeben.

Auch auf staatlicher Ebene tobt inzwischen eine Debatte über Kryptosteuern. In Illinois liegt ein Vorschlag vor, eine Steuer von 0,2 Prozent auf bestimmte Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten zu erheben.

Die Maßnahme ist Teil eines Staatshaushalts in Höhe von 56 Milliarden Dollar und wartet noch auf die Zustimmung von Gouverneur JB Pritzker.

Gegner warnen, dass eine solche Steuer Investitionen bremsen und Unternehmen dazu veranlassen könnte, den Staat zu verlassen. Das wäre vor allem brisant, da Illinois mehr als 300 Blockchain- und Kryptounternehmen beherbergt. Zudem spielt Chicago innerhalb der US-amerikanischen Finanzbranche eine wichtige Rolle, dank Institutionen wie CME Group und Cboe.

Clarity Act bleibt im Senat stecken

Während das Repräsentantenhaus an Steuerreformen arbeitet, sorgt der Clarity Act weiterhin für Streit im Senat.

Das Gesetz soll Klarheit über die Regulierung des US-Kryptomarktes schaffen und wird als eines der wichtigsten Gesetzesvorhaben für die Branche in den letzten Jahren angesehen. Senatoren versuchen derzeit, verschiedene Versionen zusammenzuführen, stoßen dabei jedoch auf politische Differenzen.

Insbesondere die Regeln rund um Decentralized Finance (DeFi), ethische Leitlinien und technische Anpassungen an bestehende Gesetze erweisen sich als Stolpersteine.

Nach Angaben von Senatorin Cynthia Lummis ist eine Abstimmung vor der Sommerpause am 4. Juli noch nicht ausgeschlossen. Viele Beobachter erwarten jedoch, dass die Behandlung auf die Zeit nach dem 13. Juli verschoben wird, wenn der Senat aus der Sommerpause zurückkehrt.

Für eine Verabschiedung sind mindestens 60 Stimmen erforderlich.

Stablecoins bleiben ein sensibles Thema

Ein zentrales Diskussionsthema in den Verhandlungen bleibt die Rendite auf Stablecoins. Das sind Kryptowährungen, deren Wert an traditionelle Währungen wie den US-Dollar gekoppelt ist.

Banken befürchten, dass Stablecoins, die Zinsen oder Renditen bieten, Spargelder aus dem traditionellen Finanzsystem abziehen könnten. Krypto-Befürworter betonen hingegen, dass beide Systeme nebeneinander existieren können.

Lummis hob hervor, dass Bankeinlagen in den letzten Jahren trotz des schnellen Aufstiegs von Stablecoins gestiegen sind. Auch der ehemalige Senator Pat Toomey sagte, dass die Bedenken über einen massiven Abfluss von Spareinlagen wahrscheinlich übertrieben seien.

Der Druck auf den Senat nimmt unterdessen weiter zu. Mehr als 200 Organisationen aus dem Kryptosektor haben einen gemeinsamen Brief unterzeichnet, in dem sie dazu aufrufen, den Clarity Act so schnell wie möglich zur Abstimmung zu bringen.

Dadurch könnten die kommenden Wochen entscheidend für die Zukunft der Kryptoregulierung in den Vereinigten Staaten werden. Sowohl die Steuerregeln für Kryptowährungen als auch die umfassendere Marktstrukturgesetzgebung scheinen einer endgültigen politischen Entscheidung näher zu kommen.

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