Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC), ein wahrer Chipriese, eröffnet später dieses Jahr eine Chipdesign-Einrichtung in München. Dieser Schritt gilt als strategischer Sieg für die Europäische Union, die ihre Abhängigkeit von asiatischen und amerikanischen Chipherstellern verringern möchte.
Neuer Chiphub in deutscher Stadt
Der neue Hub in der deutschen Stadt wird sich auf das Design von energieeffizienten und leistungsstarken Chips für Anwendungen in der Automobilindustrie, industriellen Sektoren und künstlicher Intelligenz konzentrieren. Die Eröffnung ist für das dritte Quartal dieses Jahres geplant.
Laut einem Sprecher von TSMC wurde München aufgrund der Nähe zu europäischen Kunden ausgewählt. Die Stadt gilt als wichtiges Zentrum für die Automobilbranche, mit großen Akteuren wie BMW und Audi in unmittelbarer Nähe.
Mit der Eröffnung in München erweitert TSMC sein weltweites Netzwerk von Designzentren auf neun Standorte, verteilt über Taiwan, China, Japan, Kanada, die USA und nun auch Europa. Das Designzentrum ergänzt das zuvor angekündigte Chipwerk in Dresden, das in Zusammenarbeit mit Infineon, Bosch und NXP eingerichtet wird.
Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der weltweite Chipsektor von einer explosiven Nachfrage nach Rechenleistung für AI-Datacenter profitiert. TSMC, das Chips für unter anderem Apple und Nvidia produziert, erwartet dieses Jahr ein Umsatzwachstum von mehr als 20 Prozent. Für 2025 sieht das Unternehmen sogar eine Verdoppelung des Umsatzes aus AI-bezogenen Chips vor.
Bild nicht überall rosig
Dennoch ist das Bild nicht überall rosig. Die Nachfrage nach Chips für Elektrofahrzeuge und industrielle Maschinen bleibt vorerst schwach. Viele Abnehmer bauten während der Pandemie große Lagerbestände auf, wodurch neue Bestellungen ausbleiben. Trotzdem gibt es vorsichtige Anzeichen für eine Erholung. So gab STMicroelectronics, ein anderer großer europäischer Chiphersteller, bekannt, dass der Umsatz im zweiten Quartal höher ausfallen wird als im ersten Quartal.
Mit dem neuen Hub in München macht TSMC einen weiteren Schritt in seiner globalen Expansionsstrategie. Gleichzeitig gibt es der Europäischen Union einen dringend benötigten Impuls in ihrem Bestreben, wieder Kontrolle über die lebenswichtige Chipindustrie zu erlangen.
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