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Nach Finanzriesen wie BlackRock und Fidelity wollte auch Truth Social in den populären Markt der Kryptofonds einsteigen. Das Social-Media-Portal von Präsident Donald Trump plante über den Verwalter Yorkville America unter anderem einen Bitcoin-Fonds sowie einen kombinierten Bitcoin- und Ethereum-Fonds, doch diese Pläne werden nun überraschend fallengelassen.
Yorkville America zog insgesamt drei Anträge zurück: den Truth Social Bitcoin ETF, den Truth Social Bitcoin & Ethereum ETF und den Truth Social Crypto Blue Chip ETF. Das geht aus Unterlagen hervor, die am Montag bei der Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht wurden.
In dem Antrag heißt es: „Das Unternehmen hat beschlossen, die Registrierung zurückzuziehen und die öffentliche Ausgabe zu diesem Zeitpunkt nicht fortzusetzen.“
Ein ETF (Exchange-Traded Fund) ist ein börsengehandelter Fonds, der den Kurs eines zugrundeliegenden Werts verfolgt, in diesem Fall Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) oder beide. Investoren können über ihren normalen Aktienbroker an der Kursentwicklung teilhaben, ohne ein Konto bei einer Kryptobörse einzurichten oder selbst eine Wallet zu verwalten.
Truth Social reichte die Anträge für den Bitcoin-Fonds sowie den kombinierten Bitcoin- und Ethereum-Fonds im Juni 2025 ein. Der Antrag für den Crypto Blue Chip-Fonds, der Zugang zu einem Korb der größten Kryptocoins geben sollte, folgte im Laufe des Jahres.
Laut Yorkville America plant das Unternehmen den Wechsel in ein anderes rechtliches Rahmenwerk. Die Anträge fielen unter das Securities Act von 1933, doch der Verwalter zielt nun auf den Investment Company Act von 1940 ab.
Steve Neamtz, Präsident von Yorkville America, sagte: „Nach sorgfältiger Prüfung bietet uns das ’40 Act-Rahmenwerk die Möglichkeit, unseren Investoren differenziertere Anlagestrategien anzubieten, die unter dem ’33 Act-Rahmenwerk nicht möglich sind.“
Der Unterschied ist für Investoren nicht unerheblich. Das ’40 Act stellt höhere Anforderungen an die Struktur und Führung eines Fonds und bietet dadurch mehr Schutz. Dazu gehören unabhängige Aufsichtsorgane, Regeln gegen Interessenkonflikte und strikte Limite bei risikoreichen Positionen. Zudem gibt es steuerliche Vorteile und eine höhere Transparenz.
Das Unternehmen äußerte sich nicht dazu, ob es dennoch ein Kryptofonds unter diesem Rahmenwerk geben wird.
Der ETF-Analyst James Seyffart von Bloomberg hält die genannte Begründung für unzutreffend. „Ich vermute, es hat mehr mit dem Wettbewerbsumfeld für Spot-Bitcoin-ETFs zu tun“, schreibt er.
Er verweist speziell auf Morgan Stanley, die letzten Monat ihr MSBT-Fonds lancierten mit der niedrigsten Verwaltungsgebühr von 0,14 Prozent. Es ist die erste US-amerikanische Bank mit einem eigenen Bitcoin-Fonds, der mittlerweile bereits 230 Millionen Dollar an Zuflüssen verzeichnet hat. Noch kein einziger Tag wurde mit roten Zahlen abgeschlossen.
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