Der Bitcoin (BTC) Fonds von Morgan Stanley hat einen erfolgreichen Start hingelegt. Seit der Einführung am 8. April gab es keinen einzigen Tag mit Netto-Kapitalabfluss, eine bemerkenswerte Leistung in einem Markt, in dem selbst Schwergewichte wie BlackRock regelmäßig Kapital abfließen sehen.
Über 200 Millionen Dollar Zuflüsse seit dem Start
Der Morgan Stanley Bitcoin Trust (MSBT) hat mittlerweile über 200 Millionen Dollar an Kapital angezogen, wie aus Daten von SoSoValue hervorgehen. Zudem verzeichnete der Fonds eine beeindruckende Serie von 23 Handelstagen ohne rote Zahlen.
Bisher stammten alle US-amerikanischen Bitcoin-ETFs von Vermögensverwaltern. Morgan Stanley ist die erste Bank in den Vereinigten Staaten, die ein Bitcoin-Fonds unter eigenem Namen auf den Markt gebracht hat.
„Fast alle Aktivitäten in den ersten ein oder zwei Wochen kamen von eigenständig handelnden Investoren, das heißt, unsere Berater haben dies nicht verkauft“, sagte Amy Oldenburg, Leiterin der digitalen Assets von Morgan Stanley, auf dem Consensus-Kongress in Miami.
Das Produkt ist bislang nicht über die „Wealth-Management“-Sparte erhältlich. Vor einer Freigabe muss ein solches Produkt zunächst ein langes internes Compliance-Verfahren durchlaufen. Privatanleger können den MSBT in der Zwischenzeit ganz regulär über ihren Broker erwerben. Dies geschieht in erheblichem Umfang, ohne dass die Bank einen einzigen Kunden kontaktiert hat.
Mit 16.000 Beratern und einem Kundenvermögen von 9,3 Billionen Dollar verfügt Morgan Stanley über einen der größten Vertriebskanäle an der Wall Street.
Bloomberg ETF-Experte Eric Balchunas erwartet, dass der MSBT im ersten Jahr auf ein verwaltetes Vermögen von 5 Milliarden Dollar anwachsen könnte, vorausgesetzt, die Berater übernehmen bald die Vermarktung.
Die niedrigen Kosten sind ein wichtiger Vorteil. Der MSBT erhebt eine Managementgebühr von 0,14 Prozent, die niedrigste unter allen US-amerikanischen Spot Bitcoin-ETFs.
Zum Vergleich: IBIT und FBTC liegen beide bei 0,25 Prozent. Für eine Institution, die 1 Milliarde Dollar investiert, macht das schnell einen Unterschied von 1,1 Millionen Dollar pro Jahr aus.
Größter Zufluss am ersten Tag
Beim Debüt wurde direkt das meiste Kapital angezogen. Nach dem allerersten Handelstag musste die Großbank sofort Bitcoins im Wert von 30,6 Millionen Dollar kaufen. Bloomberg ETF-Analyst Eric Balchunas zählte das Debüt später zu den besten 1 Prozent aller ETF-Starts.
Innerhalb von sechs Handelstagen erreichte der Fonds Zuflüsse von 103 Millionen Dollar. Damit überholte der MSBT den BTCW von WisdomTree, der seit Januar 2024 etwa 86 Millionen Dollar eingesammelt hat.
Vergangenen Donnerstag zeigte sich erneut die Stärke des Fonds. MSBT gewann 5,7 Millionen Dollar hinzu, während IBIT von BlackRock 27,2 Millionen verlor, FBTC von Fidelity 97,6 Millionen verlor und ARKB 26,6 Millionen abfließen sah.
Auch die anderen Fonds laufen schon seit längerem auf Hochtouren. April war mit 1,97 Milliarden Dollar der stärkste Monat seit Oktober. BlackRock allein zog dabei 2,01 Milliarden Dollar an. Im laufenden Monat liegt der Gesamtzufluss für alle Fonds bereits bei 1,25 Milliarden Dollar.
„Wir leben in einer hybriden Welt“
Vergangene Woche konnte man bereits in den Bitcoin-Nachrichten lesen, dass Morgan Stanley mit direktem Kryptohandel über seine Tochtergesellschaft E*Trade an den Start gegangen ist. Zunächst handelt es sich um ein Pilotprojekt mit einer kleinen Nutzergruppe; in der zweiten Jahreshälfte soll der Dienst allen 8,6 Millionen Kunden zur Verfügung stehen.
Zudem soll eine eigene digitale Wallet zum Speichern von Kryptowährungen und tokenisierten Assets in Planung sein. Diese Nachricht wurde im Januar in amerikanischen Medien veröffentlicht, Morgan Stanley hat jedoch noch keine Stellungnahme dazu abgegeben.
„Wir werden noch eine Weile in einer hybriden Welt leben, in der wir sowohl das Digital Native als auch das traditionelle Geschäft unter einem Dach unterstützen“, sagte Oldenburg.
Damit bezieht sie sich auf eine Zeit, in der Krypto und traditionelles Investieren nebeneinander existieren. Viele Kunden haben beides in ihrem Portfolio, oft verteilt über verschiedene Plattformen. Morgan Stanley will diese Welten zusammenbringen und so Synergien schaffen.
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