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Der neue US-Präsident Donald Trump hat bei seinem Amtsantritt sofort klargestellt, dass der Handel eine seiner Prioritäten ist. Mit Importzöllen und fiskalischen Maßnahmen möchte er ausländische Unternehmen abschrecken und amerikanische Unternehmen unterstützen. Was wissen wir bisher über diese Handelszölle und was bedeuten sie für Europa und die Niederlande?
Trump hat seine ersten Handelszölle auf Produkte aus Mexiko und Kanada angekündigt. Diese Länder sehen sich Zöllen von bis zu 25 % gegenüber, mit denen Trump nach eigenen Angaben die amerikanische Industrie schützen und Probleme im Zusammenhang mit Migration und Drogenhandel angehen will.
Europa wurde vorerst verschont, aber Ökonomen warnen, dass die EU möglicherweise als nächstes an der Reihe ist. Laut dem Makroökonom Han de Jong von BNR nutzt Trump diese Zölle vor allem als Verhandlungsinstrument, um ausländische Partner unter Druck zu setzen.
Obwohl es noch keine direkten Zölle auf europäische Produkte gibt, wächst die Unsicherheit unter den Unternehmen. Die EU prüft bereits mögliche Vergeltungsmaßnahmen, falls Trump dennoch Zölle einführt. Finanzminister Eelco Heinen hat erklärt, dass Europa nicht tatenlos zusehen wird und warnt vor den wirtschaftlichen Schäden eines Handelskrieges: „Wenn du Handelstarife auf die EU erhebst, gehst du wirklich den Bach runter.“
Unterdessen stellen sich viele europäische Unternehmen bereits auf mögliche Importzölle ein. Laut der niederländischen Handelsorganisation RVO bereitet sich fast 70 % der international tätigen Unternehmen darauf vor.
Für niederländische Unternehmen können die Auswirkungen je nach Sektor stark variieren. Laut dem Centraal Planbureau (CPB) wird die Auswirkung der US-Zölle auf die niederländischen Exporte begrenzt sein, da nur 4 bis 5 % der Exporte in die USA gehen. Trotzdem gibt es Sektoren, die stärker betroffen sein werden, wie die Fertigungsindustrie. Die Produktion von Fahrzeugen, Maschinen und elektronischen Produkten könnte um 5 bis 6 % sinken. Gleichzeitig profitieren Dienstleister in Bereichen wie Luftfahrt und Telekommunikation, da amerikanische Dienstleistungen teurer werden.
Ein niederländisches Unternehmen, das sich bereits vorbereitet, ist Oxycom, ein Hersteller von nachhaltigen Kühlsystemen. „Wenn die Zölle auf 20 % steigen, wird es eine Herausforderung“, sagt Geschäftsführer Barry Leuverman gegenüber der NOS. „Dann müssen wir vielleicht eine Niederlassung in den USA eröffnen.“ Diese Art von Entscheidungen zeigt, wie Unternehmen weltweit versuchen, sich auf Trumps Handelspolitik einzustellen.
Neben Zöllen setzt Trump auch auf Energie und Steuern als politische Instrumente. Der US-Export von Flüssiggas (LNG) nach Europa nimmt zu, auch weil die EU weiterhin russische Energie boykottiert. Trump sieht Europa gerne als großen Abnehmer amerikanischer fossiler Brennstoffe, was mit der grünen Transformation der EU in Konflikt geraten könnte.
Außerdem hat Trump eine neue steuerliche Front eröffnet, indem er internationale Steuerabkommen für Multinationale infrage stellt. Er droht mit Sanktionen gegen Länder, die Steuerregeln einführen, die seiner Ansicht nach für US-Unternehmen nachteilig sind. Italien, das eine digitale Dienstleistungssteuer auf Technologieriesen wie Amazon und Google erhebt, wurde bereits als mögliches Ziel genannt.
Obwohl die genaue Auswirkung von Trumps Handelspolitik noch unklar ist, sind die Signale deutlich: Importzölle, fiskalischer Druck und Energiepolitik werden den Ton in den transatlantischen Beziehungen angeben. Für niederländische und europäische Unternehmen wird es darauf ankommen, abzuwarten und sich auf das vorzubereiten, was kommt.
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