Donald Trump erwägt ernsthaft, Jerome Powell, den Vorsitzenden der US-Zentralbank (Federal Reserve), zu entlassen. Das berichtete der Wirtschaftssender CNBC nach dem Ende eines geschlossenen Treffens im Weißen Haus mit republikanischen Kongressmitgliedern. Laut mehreren Teilnehmern soll Trump gesagt haben, dass er „es tun wird“.
Unterstützung bei den Republikanern gesucht
Während des Treffens am Dienstagabend fragte Trump die anwesenden Kongressmitglieder ausdrücklich, ob sie eine Entlassung von Powell unterstützen würden. Als sie ihre Unterstützung aussprachen, ließ Trump wissen, dass er plant, Powell bald zu entlassen. Die Nachrichten sorgten sofort für Unruhe auf den Finanzmärkten: Der S&P 500 fiel und die Zinsen auf US-Staatsanleihen stiegen.
Seit Monaten frustriert über Zinsen
Trump übt schon seit längerer Zeit heftige Kritik an der Politik von Powell. Die Federal Reserve weigert sich bisher, den Leitzins zu senken, solange Unsicherheit über die Inflation besteht. Laut Fed-Beamten bleibt das Risiko bestehen, dass frühere Maßnahmen von Trump – wie Importzölle auf ausländische Produkte – erneut Preisdruck verursachen.
Die Politik steht im Widerspruch zu Trumps politischen und wirtschaftlichen Interessen. Er möchte vor den Wahlen im November 2024 eine lockere Geldpolitik und höhere Börsenkurse. Powell, der 2017 von Trump selbst ernannt wurde, bleibt jedoch standhaft.
Juristisch schwierig, aber politisches Druckmittel
Obwohl Trump mehrmals zum Rücktritt von Powell aufgerufen hat, kann ein Präsident den Fed-Vorsitzenden juristisch nicht entlassen wegen Meinungsverschiedenheiten in der Politik. Die aktuelle Amtszeit von Powell läuft offiziell noch bis Mai 2026. Dennoch kann politischer Druck aus dem Kongress und dem Weißen Haus die Position des Fed-Chefs untergraben.
Auch kürzlich eskalierte die Spannung, nachdem sich das Weiße Haus über eine Kostenüberschreitung bei der Renovierung des Fed-Hauptquartiers in Washington beschwerte. Das Projekt wird voraussichtlich 2,5 Milliarden Dollar kosten. Powell forderte daraufhin selbst eine unabhängige Untersuchung durch den internen Kontrolleur an.
Es ist noch unklar, ob diese Angelegenheit als offizieller Grund für eine Entlassung herangezogen wird. Aber die Botschaft von Trump ist klar: Wenn es nach ihm geht, wird bald ein anderer Name an der Tür der Fed stehen.
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