Die US-Regierung erwägt, eine Beteiligung von 10 Prozent am Chiphersteller Intel zu übernehmen. Laut Bloomberg würde diese Beteiligung aus der Umwandlung von Chips-Act-Zuschüssen in Aktien hervorgehen. Damit erhielte die Regierung direkten Einfluss bei dem Unternehmen, das sich seit einiger Zeit in schwierigem Fahrwasser befindet.
Umwandlung von Zuschüssen in Aktien
Intel steht kurz davor, insgesamt 10,9 Milliarden US-Dollar an Chips-Act-Zuschüssen von der US-Regierung für die kommerzielle wie auch militärische Produktion zu erhalten. Im Jahr 2022 wurden diese Zuschüsse eingeführt, um die heimische Halbleiterproduktion und Innovation zu fördern und die Abhängigkeit von ausländischen Zulieferern, insbesondere aus Asien, zu verringern.
Dieser Betrag von fast 11 Milliarden US-Dollar entspricht dem Wert einer Beteiligung von rund 10 Prozent an dem Unternehmen. Der Plan soll Intel finanziell Luft verschaffen, da die Chip-Sparte des Unternehmens Verluste macht und die Zukunftspläne unter Druck stehen.
Die Gespräche folgen kurz auf ein Treffen zwischen Intel-CEO Lip-Bu Tan und Präsident Donald Trump. Dieses Treffen fand statt, nachdem Trump den Rücktritt Tans wegen dessen Verbindungen zu chinesischen Unternehmen gefordert hatte. Intel gab inhaltlich keinen Kommentar ab, und auch das Weiße Haus beantwortete Fragen der Presse nicht.
Politische Einmischung und Marktauswirkungen
Anleger reagieren heute sofort begeistert auf die Pläne des Weißen Hauses: die INTC-Aktie steht heute deutlich über 11 Prozent im Plus. Laut Marktstratege Clark Geranen versucht die US-Regierung mit diesem Vorgehen, “mehr Kontrolle über die Produktion kritischer Unternehmen zu erlangen”, was aus freimarktwirtschaftlicher Perspektive Fragen aufwirft.
Ein weiterer Grund für den Kursanstieg ist die Tatsache, dass der japanische Tech-Investor SoftBank 2 Milliarden US-Dollar in Intel investieren wird, schrieb Reuters heute. Dies scheint eine direkte Reaktion auf die Pläne der US-Regierung zu sein.
Während früherer Krisen griff die US-Regierung häufiger bei großen Unternehmen ein, etwa mit der temporären Staatsbeteiligung an General Motors während der Finanzkrise. In diesem Fall scheint die Unterstützung vor allem durch geopolitische Sorgen rund um Halbleiter und die Wettbewerbsposition gegenüber China motiviert zu sein.
Intel sicherte sich im vergangenen Jahr fast 8 Milliarden US-Dollar an Zuschüssen für den Bau neuer Fabriken unter anderem in Ohio. Unter der Führung des neuen CEOs wurden diese Pläne jedoch zurückgefahren, was möglicherweise mit Trumps Bestreben kollidiert, die US-Produktionskapazitäten schnell zu stärken.
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