Kryptofan Donald Trump verteilt seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus großzügig Begnadigungen an prominente Namen der Kryptoindustrie. Nun könnte eine weitere Person auf die Liste kommen, was besonders Datenschützer freuen würde.
Trump: „Ich werde es mir anschauen“
„Ich habe davon gehört, ich werde es mir anschauen“, sagte Trump gestern während einer Fragerunde mit Journalisten über die mögliche Begnadigung des verurteilten Krypto-Entwicklers Keonne Rodriguez.
Rodriguez gründete zusammen mit William ‘Bill’ Lonergan Hill die Samourai Wallet, eine Bitcoin-Wallet, die stark auf Privatsphäre fokussiert war. Die App bot Nutzern die Möglichkeit, ihre Transaktionen schwerer nachvollziehbar zu machen, unter anderem durch sogenannte Mixing-Dienste. Dabei werden Bitcoin-Transaktionen zusammengelegt und neu organisiert, sodass die Herkunft weniger leicht zurückverfolgt werden kann.
Nach Angaben des US-Justizministeriums gingen die Entwickler damit zu weit. Die Anklage behauptete, dass Samourai Wallet genutzt wurde, um Millionen von Dollar an kriminellem Geld zu waschen und dass die Gründer einen illegalen Geldtransferservice betrieben. Die Entwickler sollen diese Nutzung sogar aktiv gefördert haben.
Rodriguez und Hill wurden unter der Biden-Regierung verhaftet und standen zunächst wegen schwerer Vorwürfe vor Gericht, die eine mögliche Strafe von bis zu 25 Jahren vorsahen. Schließlich bekannten sie sich schuldig, einen nicht registrierten Geldtransferservice betrieben zu haben.
Vor drei Wochen wurden die beiden verurteilt. Rodriguez erhielt die Höchststrafe von fünf Jahren, Hill vier Jahre.
Rodriguez hat aus dem Gefängnis in West Virginia bereits mitbekommen, was Trump gesagt hat. Er reagierte wie folgt auf der Social-Media-Plattform X:
„Der anhaltende Lärm wirkt. Danke an alle, die @realDonaldTrump ermutigen, Bill und mich zu begnadigen. Lasst uns das über die Ziellinie bringen.“
Datenschutz unter Druck
Der Fall spaltet die Kryptogemeinschaft. Kritiker sehen in Samourai Wallet eine bewusste Geldwaschmaschine. Befürworter argumentieren, dass es sich um eine Software handelt und dass Entwickler nicht für den Gebrauch durch die Nutzer verantwortlich sind. Sie warnen, dass solche Verurteilungen die Entwicklung von Datenschutztools behindern, obwohl dies ein Kernkonzept von Bitcoin ist.
Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus ist Trump bestrebt, die Vereinigten Staaten zur „Kryptohauptstadt der Welt“ zu machen und gleichzeitig den Krieg gegen die Branche zu beenden.
Im Januar begnadigte er den Silk-Road-Gründer Ross Ulbricht, den Mann hinter dem berüchtigten Online-Marktplatz, auf dem jahrelang Drogen und andere illegale Waren mit Bitcoin gehandelt wurden. Im Oktober wurde Changpeng Zhao, der Gründer und ehemalige CEO der Kryptobörse Binance, begnadigt.
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