Die USA prüfen, ob die Zahl der amerikanischen Truppen in Deutschland reduziert werden kann. Das erklärte Präsident Donald Trump am Donnerstag auf Truth Social, während die Spannungen zwischen Washington und Berlin wegen des Krieges mit Iran zunehmen.

Laut Trump wird eine mögliche Reduzierung der amerikanischen Militärpräsenz in Deutschland derzeit „untersucht und bewertet“. Eine Entscheidung soll ihm zufolge in Kürze fallen.
In Deutschland sind über 36.000 amerikanische Soldaten stationiert, verteilt auf etwa 20 Stützpunkte. Damit ist Deutschland das wichtigste amerikanische Militärzentrum in Europa. Besonders die Ramstein Air Base spielt eine bedeutende Rolle als Transport- und Kommandozentrale für amerikanische Operationen in Europa, Afrika und dem Nahen Osten.
Möglicher Rückschlag für die NATO
Eine Reduzierung der amerikanischen Truppenpräsenz würde bei den europäischen NATO-Verbündeten auf Widerstand stoßen. Die Präsenz in Deutschland gilt als wichtiger Abschreckungsfaktor gegen Bedrohungen aus Russland.
Analysten warnen zudem, dass ein Abzug logistisch kompliziert wäre und letztlich auch amerikanische Interessen schädigen könnte. Die Basen in Deutschland sind nicht nur für Europa, sondern auch für Operationen in Richtung Naher Osten von Bedeutung.
Trump nannte keine Details über das Ausmaß einer möglichen Truppenreduzierung.
Streit mit dem deutschen Kanzler
Diese Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem das Verhältnis zwischen Trump und dem deutschen Kanzler Friedrich Merz angespannt ist. Merz sagte Anfang der Woche, dass die USA im schwierigen Ringen um ein Kriegsende von Iran „gedemütigt“ werden.
Merz zufolge scheinen die Iraner vor allem auf Zeit zu spielen. Er erklärte, dass amerikanische Unterhändler nach Islamabad reisen und dann ohne Ergebnis zurückkehren. Damit brachte er die wachsende Frustration in Europa über das Ausbleiben einer Einigung zum Ausdruck.
Der Krieg hat die Ölpreise und Energiekosten stark ansteigen lassen. Europäische Führer drängen daher auf eine schnelle Lösung, da insbesondere energieimportierende Volkswirtschaften von einer langanhaltenden Krise gefährdet sind.
Trump kontert
Trump reagierte heftig auf die Aussagen von Merz. Auf Truth Social schrieb er, dass der deutsche Kanzler es offenbar akzeptabel findet, dass Iran eine Atombombe bekommt. Zudem meinte er, Merz „weiß nicht, wovon er spricht“.
Anschließend attackierte Trump auch Deutschland selbst. Seiner Meinung nach ist es kein Wunder, dass das Land wirtschaftlich und in anderen Bereichen so schlecht dasteht.
Merz versuchte am Mittwoch, den Schaden zu begrenzen. Bei einer Pressekonferenz erklärte er, dass seine persönliche Beziehung zu Trump „so gut bleibt wie zuvor“. Dennoch scheinen die politischen Spannungen zwischen Washington und Berlin merklich zugenommen zu haben.
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