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Die KI-Korrektur in Südkorea wirkt zunehmend wie eine Krise unter Privatanlegern. Nach der explosiven Rally bei Samsung Electronics und SK Hynix strömten Millionen Kleinanleger an den koreanischen Aktienmarkt. Nun korrigiert der Chipsektor kräftig – und gerade sie trifft es am härtesten.
Der Kospi verlor innerhalb von zwei Tagen rund 16 Prozent; inzwischen liegt der Index fast 40 Prozent unter seinem Hoch vom Juni. Für viele Privatanleger fällt der Schaden noch größer aus, weil sie mit geliehenem Geld oder Hebelprodukten in den beliebtesten Chipwerten investiert waren.

Das Problem: Samsung und SK Hynix machen zusammen fast die Hälfte des Kospi aus.
Während des KI-Hypes war das ein Vorteil. Die Nachfrage nach Speicherchips, vor allem nach High-Bandwidth-Memory für KI-Server, sorgte für massive Kursanstiege. Samsung liegt trotz des jüngsten Einbruchs in diesem Jahr noch immer rund 70 Prozent im Plus. SK Hynix hat sogar weiterhin mehr als 100 Prozent zugelegt.

Doch diese Konzentration wirkt nun in die Gegenrichtung. Wenn Anleger Gewinne mitnehmen oder zum Verkauf von Positionen gezwungen werden, gerät der gesamte Markt unter Druck.
Verstärkt wird der Schaden durch gehebelte ETFs und Wertpapierkredite. Viele koreanische Anleger nutzten geliehenes Geld, um ihr Engagement in Samsung und SK Hynix auszubauen. Zudem erlaubte die Aufsichtsbehörde Ende Mai 16 Hebel-ETFs auf die beiden Aktien.
Diese Produkte machten es Privatanlegern leichter, aggressiv auf die KI-Rally zu setzen. Doch Hebel wirken in beide Richtungen.
Viele dieser Produkte sind seit ihrer Auflegung um mehr als 60 Prozent gefallen. In Chatgruppen berichten einzelne Anleger von Verlusten zwischen 70 und 80 Prozent.
Auch emotional ist der Schaden groß. Für junge Koreaner, die häufig nur schwer Zugang zum Immobilienmarkt finden, galten diese Produkte als schneller Weg zum Vermögensaufbau. Für viele ist daraus nun Panik geworden.
Analysten zufolge scheint der koreanische Markt nahe an einem Verkaufshöhepunkt zu stehen. Privatanleger bauen Positionen ab, Margin Calls lösen Zwangsverkäufe aus, und institutionelle Investoren halten sich wegen der extremen Volatilität zurück.
Brokerage-Einlagen, also Kapital, das für Aktienkäufe bereitsteht, sind deutlich gesunken. Auch die ausstehenden kreditfinanzierten Wertpapierpositionen gingen nach einer Liquidationswelle zurück.
Nach einer Krisensitzung kündigte das koreanische Finanzministerium an, den Zugang zu gehebelten ETFs einzuschränken. Nach Einschätzung der Behörden verstärken diese Produkte die Volatilität.
Auffällig ist, dass die Geschäftszahlen der Unternehmen weiter stark ausfallen. Samsung meldete Rekordwerte, mit einem Umsatzanstieg von 130 Prozent und einem kräftigen Sprung beim operativen Gewinn. Das unterstreicht, dass der KI-getriebene Chipzyklus fundamental weiterhin robust ist.
In Panikphasen zählen Fundamentaldaten jedoch vorübergehend weniger. Dann dominieren Liquidität, Hebel und Vertrauen.
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