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Die US-Börsenfutures notieren am Montagmorgen leicht im Plus, nachdem der Dow Jones in der vergangenen Woche die dritte Verlustwoche in Folge verzeichnet hatte.
Die S&P-500-Futures steigen um 0,42 Prozent, die Nasdaq-100-Futures legen um 0,58 Prozent zu, die Dow-Futures gewinnen 0,36 Prozent. Damit klettert die Nasdaq wieder über die Marke von 30.000 Punkten und nähert sich ihrem Allzeithoch.

Die Erholung kommt trotz einer angespannten geopolitischen Lage.
Am Wochenende meldeten die vom Iran unterstützten Huthi Angriffe auf Saudi-Arabien mit Raketen und Drohnen. Zugleich rief das US-Außenministerium Amerikaner dazu auf, Reisen in den Nahen Osten zu überdenken, während die Vereinigten Staaten und der Iran erneut mit Angriffen drohen.
Trotzdem ist an den Börsen heute weder Panik noch ausgeprägte Angst zu erkennen. Vorerst überwiegen die Gewinne.
In der vergangenen Woche verlor der Dow Jones 1,7 Prozent. Es war die schwächste Woche seit März. Der S&P 500 blieb mit einem Minus von 0,1 Prozent nahezu unverändert. Nur die Nasdaq schaffte ein Plus.
Der Technologieindex gewann 0,7 Prozent, erneut gestützt von starken Aktien aus dem Umfeld der künstlichen Intelligenz. Damit bleibt das bekannte Muster intakt: Der breite Markt ringt mit Zinsen, Ölpreisen und geopolitischen Risiken, während Technologiewerte weiter Widerstandskraft zeigen.
Dieser Unterschied ist entscheidend. Er zeigt, dass Anleger Risiko nicht grundsätzlich meiden, aber deutlich selektiver werden.
Auffällig ist, dass die Ölpreise am Montagmorgen nachgeben. Brent fällt um mehr als 2 Prozent auf 101,72 Dollar je Barrel. WTI sinkt um 2,18 Prozent auf 98,11 Dollar.
Der Grund: Ölhändler sehen die Lieferungen aus dem Nahen Osten vorerst stabiler als befürchtet. Nach Einschätzung von JPMorgan-Analysten bleiben die Ölströme überraschend robust, obwohl die saudische East-West-Pipeline gestört ist.
Für den Markt ist das wichtig. Solange Öl in Richtung 100 Dollar handelt, bleibt der Inflationsdruck bestehen. Solange der Markt aber keine akute Unterbrechung der Ölversorgung einpreist, bleibt Raum für Erleichterung.
Die Zinsen bleiben unterdessen das zentrale Problem. Die Federal Reserve erhöhte vergangene Woche erstmals seit drei Jahren den Leitzins, weil die Inflation hartnäckig bleibt und die Anleiherenditen hoch sind. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen verharrt nahe 5 Prozent.
Damit bleibt der Markt in demselben Spannungsfeld aus Öl, Inflation und Zinsen gefangen.
LPL-Ökonom Jeffrey Roach brachte es auf den Punkt: Derselbe geopolitische Konflikt, der die Energiepreise nach oben treibt, zwingt auch die US-Notenbank zu einem straffen Kurs und setzt chinesische Raffinerien unter Druck.
Deshalb gewinnt das geplante Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping in dieser Woche zusätzlich an Bedeutung. Auf der Agenda stehen Themen wie Importzölle, kritische Rohstoffe, künstliche Intelligenz und übergeordnete Wirtschaftsfragen.
Die entscheidende Frage lautet, ob die geopolitischen Spannungen nachlassen können – oder ob sie Ölpreise, Inflation und Zinsen weiter nach oben treiben. Vorerst erholt sich Wall Street. Doch solange Öl um 100 Dollar und die zehnjährige US-Rendite um 5 Prozent verharren, bleibt die Ruhe fragil.
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