Eine Milliarde Dollar Gewinn in drei Monaten, und das im schlechtesten Krypto-Quartal seit langem. Stablecoin-Riese Tether hat von der Panik auf dem Markt keinerlei Schaden genommen und im ersten Quartal 2026 erneut starke Zahlen präsentiert.
Milliardengewinn in drei Monaten
Tether, der Herausgeber der weltweit größten Stablecoin USDT, verzeichnete im ersten Quartal einen Nettogewinn von 1,04 Milliarden Dollar. Dieser Ertrag trieb den Reservepuffer auf 8,23 Milliarden Dollar, der höchste Stand aller Zeiten. Ende 2025 lag dieser Wert noch bei 6,3 Milliarden.
Die Gesamtvermögen beliefen sich auf 191,8 Milliarden Dollar, den Verpflichtungen von 183,5 Milliarden gegenüber, wie aus dem Quartalsbericht des Unternehmens hervorgeht. Der Puffer ist die Differenz zwischen dem, was Tether besitzt, und dem, was es seinen Kunden schuldet. Für jeden ausgegebenen USDT steht somit mehr als ein Dollar als Deckung bereit.
Es ist allerdings nicht das beste Quartal, das Tether je hatte. Dieser Rekord gehört dem vierten Quartal 2023, als 2,85 Milliarden Dollar eingenommen wurden. Im gesamten Jahr 2024 erzielte das Unternehmen sogar über 13 Milliarden Dollar Gewinn.
Ende März kündigte Tether an, dass das Unternehmen nach jahrelanger Kritik erstmals eine vollständige Prüfung durchführen lässt. KPMG übernimmt die Kontrolle, PwC unterstützt bei der Vorbereitung der internen Systeme.
Im Quartalsbericht bestätigt Tether nun, dass der Auditprozess formell begonnen hat. Ein Meilenstein für das Unternehmen, das seit 2017 wegen der Deckung von USDT unter Beschuss steht.
US-Schulden als Ertragsquelle
Und das in einem dramatischen Quartal für den Kryptomarkt. Bitcoin fiel um 39 Prozent von fast 100.000 Dollar auf 60.000 Dollar und Altcoins wie Ethereum (ETH) und Ripple (XRP) erlitten noch stärkere Verluste.
Das Geheimnis hinter dem anhaltenden Geldfluss bei Tether liegt in den US-Staatsanleihen. Tether hat dort 141 Milliarden Dollar investiert, direkt und indirekt (über Fonds, die in dieselben Staatspapiere investieren). Damit ist das Unternehmen der siebzehntgrößte Inhaber von US-Staatspapieren weltweit, größer als Länder wie Taiwan und Israel.
Mit Zinssätzen über 4 Prozent bringen diese Anleihen Milliardeneinnahmen. Ob Bitcoin nun 110.000 oder 70.000 Dollar wert ist, der Scheck des US-Finanzministeriums kommt jedes Mal pünktlich an.
Darüber hinaus befinden sich 20 Milliarden Dollar an physischem Gold im Tresor und 7 Milliarden an Bitcoin in der Bilanz.
Nachfrage nach digitalen Dollars erreicht Höchststand
USDT blieb im Quartal stabil bei rund 183 Milliarden Dollar im Umlauf. Laut Geschäftsführer Paolo Ardoino kamen im April noch einmal über 5 Milliarden dazu.
Die Anzahl der Nutzer stieg auf ein Rekordhoch von etwa 570 Millionen, vor allem dank der Nachfrage aus aufstrebenden Märkten, in denen der Dollar knapp ist. Laut Paolo Ardoino werden weltweit inzwischen rund 67 Milliarden Dollar in USDT als Sparform gehalten.
In Ländern wie Argentinien und der Türkei parken Menschen ihr Geld lieber in digitalen Dollars als in ihrer eigenen Währung, um der hohen Inflation zu entkommen.
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