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Die Kryptowährung Synapse (SYN) ist binnen kurzer Zeit stark gestiegen und taucht inzwischen in den Ranglisten der stärksten Coins auf. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert SYN bei rund 0,52 Dollar.

Das entspricht etwa einer Verdopplung gegenüber der Vorwoche. Seit dem Tiefpunkt Ende Mai liegt der Kurs sogar um mehrere Hundert Prozent höher. Gleichzeitig notiert der Coin noch immer mehr als 90 Prozent unter seinem Rekordhoch von 2021. Grund genug, zu erklären, was Synapse genau ist und was hinter dem plötzlichen Hype steckt.

Synapse koers schiet omhoog
Synapse-Kurs steigt um Hunderte Prozent

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Was ist Synapse?

Synapse ist im Kern eine Brücke zwischen verschiedenen Blockchains. Das Problem dahinter: Die Kryptowelt besteht aus Dutzenden voneinander getrennten Netzwerken wie Ethereum, Solana und der BNB Chain, die nicht ohne Weiteres miteinander kommunizieren. Wer Guthaben von einem Netzwerk in ein anderes verschieben will, braucht dafür eine vermittelnde Instanz. Synapse übernimmt diese Rolle. Über die sogenannte Synapse Bridge können Nutzer Coins zwischen Netzwerken transferieren und tauschen.

Dass das Projekt kein kleiner Anbieter ist, zeigt die Nutzung. Die Synapse Bridge zählt zu den meistgenutzten Krypto-Brücken und hat in den vergangenen Jahren Vermögenswerte von mehr als 20 Milliarden Dollar verarbeitet. Der dazugehörige Token SYN wird für die Steuerung des Protokolls genutzt, dient als Anreiz für Liquiditätsanbieter und wird für bestimmte Gebühren innerhalb des Netzwerks verwendet.

Das Projekt hat allerdings eine Vorgeschichte, die Anleger kennen sollten. Synapse ging aus Nerve Finance hervor und kam im August 2021 unter dem Namen Synapse Protocol an den Markt. Zu den frühen Geldgebern zählten Three Arrows Capital und Alameda Research, zwei Akteure, die 2022 spektakulär scheiterten: Three Arrows als geplatzter Hedgefonds, Alameda als Handelsfirma hinter der kollabierten Kryptobörse FTX. Das macht Synapse nicht automatisch verdächtig. Es zeigt aber, dass ein Teil der Wurzeln in jene turbulente Phase zurückreicht.

Warum steigt der Kurs jetzt so stark?

Der unmittelbare Auslöser für den Anstieg ist ein bekannter Name: Arthur Hayes, Gründer der Kryptobörse BitMEX. Eine Wallet, die ihm zugerechnet wird, kaufte SYN im Wert von rund 2,2 Millionen Dollar. Zudem äußerte sich Hayes öffentlich positiv über das Projekt. Eine solche Rückendeckung durch einen bekannten Investor zieht häufig eine Welle weiterer Käufer an – genau das scheint hier zu passieren.

Hayes’ Aufmerksamkeit gilt vor allem einem neuen Baustein im Synapse-Ökosystem: Hypercall, einer vom Synapse-Team entwickelten Handelsplattform für Optionen. Optionen sind Finanzkontrakte, mit denen Händler auf künftige Kursbewegungen setzen können. Nach Einschätzung von Hayes könnte Hypercall perspektivisch mit Deribit konkurrieren, einer der größten Plattformen für Krypto-Optionen. Diese Erwartung, verbunden mit der vergleichsweise geringen Größe des Projekts, heizt die Spekulation an.

Gerade diese geringe Größe ist ein wichtiger Teil der Erklärung. Synapse kommt auf eine Marktkapitalisierung von rund 120 Millionen Dollar, was im Kryptomarkt wenig ist. Bei einem so kleinen Coin kann ein plötzlicher Kapitalzufluss den Kurs sehr schnell und stark bewegen – deutlich stärker als bei einem großen Coin wie Bitcoin. Das erklärt, warum ein Kauf über wenige Millionen Dollar und eine öffentliche Unterstützung einen so deutlichen Ausschlag beim Kurs auslösen können.

Was bedeutet das für den Coin?

Vorsicht ist angebracht. Ein Kurssprung, der durch den Kauf und die Unterstützung eines einzelnen bekannten Investors ausgelöst wird, ist keine Garantie für einen dauerhaften Kursanstieg. Dasselbe Merkmal, das den Kurs schnell nach oben treiben kann – die geringe Marktkapitalisierung –, kann ihn ebenso rasch wieder fallen lassen, sobald das Interesse nachlässt oder frühe Käufer Gewinne mitnehmen.

Auch die Begeisterung von Hayes sollte man einordnen. Er verfügt über viel Erfahrung und positioniert sich oft früh bei neuen Trends, liegt aber ebenfalls regelmäßig daneben. So prognostizierte er Anfang des Jahres, Bitcoin könne noch auf 750.000 Dollar steigen – ein Szenario, das inzwischen sehr unwahrscheinlich erscheint. Die Unterstützung einer bekannten Persönlichkeit ist daher keine belastbare Garantie.

Die Lage bei Synapse passt zudem in ein Muster, das im Kryptomarkt häufig zu beobachten ist: ein Protokoll mit realem Nutzen, während der Tokenkurs ein Eigenleben entwickelt und stark von Stimmung und Spekulation abhängt. Für Beobachter des Coins lautet die entscheidende Frage daher, ob das Interesse an Hypercall in eine dauerhafte Nutzung des Netzwerks mündet – oder ob es vor allem bei einem kurzfristigen Hype bleibt.

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