Die Schweizer Supermarktkette Spar macht einen großen Schritt in Richtung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit Binance Pay und der Schweizer Fintech DFX.swiss können Kunden bald in allen 300 Spar-Supermärkten des Landes mit mehr als 100 verschiedenen Kryptowährungen und Stablecoins bezahlen. Es handelt sich um den ersten landesweiten Rollout von Krypto-Zahlungen im Schweizer Einzelhandel.
So funktioniert das Bezahlen mit Krypto bei Spar
Laut der am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung ist der Dienst bereits in 100 Filialen verfügbar. In den kommenden Monaten folgt der Rest des Netzwerks, auch wenn es noch kein endgültiges Datum dafür gibt, wann alle Filialen angeschlossen sind. “Es ist eine Premiere für die Schweiz und wahrscheinlich ein Signal an andere Händler,” so ein Sprecher von DFX.swiss.
Bezahlen geht einfach über die Binance Pay-App. Der Kunde scannt an der Kasse einen QR-Code, wählt den gewünschten Token, etwa Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Tether (USDT) oder eine der vielen anderen unterstützten Münzen, und der Betrag wird direkt in Schweizer Franken umgerechnet.

Für Spar bedeutet das kein Kursrisiko: Die Abrechnung erfolgt umgehend über die Schnittstelle von DFX.swiss, ohne zusätzliche Transaktionskosten für Gas. Auf Wunsch kann auch in anderen Währungen abgerechnet werden.
Kosteneinsparungen für Händler
Ein wichtiger Vorteil für Spar sind die niedrigeren Zahlungsgebühren. Während Kreditkartenzahlungen oft hohe Kosten verursachen, kann Krypto die Kosten um bis zu zwei Drittel senken. André Scherrer, Managing Director von Spar Schweiz, sieht das als einen logischen Schritt nach vorn: “Intelligente Wallet-Lösungen sind die Zukunft für den Einzelhandel, nicht zuletzt dank der steigenden Kundennachfrage.”
Spars Entscheidung fügt sich in einen breiteren Trend ein. Die Schweiz gilt als eines der kryptofreundlichsten Länder Europas. Laut Daten von BTCmap gibt es im Land bereits mehr als 1.000 Geschäfte, in denen man mit Bitcoin bezahlen kann.

Städte wie Zug, auch als ‘Crypto Valley’ bekannt, sind seit Jahren Vorreiter. Dort führte Spar im April dieses Jahres bereits Bitcoin-Zahlungen über das Lightning Network ein.
Auch andere Schweizer Städte nehmen Krypto ernst. Lugano akzeptiert seit 2023 Bitcoin und USDT für alle kommunalen Zahlungen, von Steuern bis zu Parkgenehmigungen, und wurde damit die erste Stadt der Welt, die dies in einem solchen Umfang ermöglicht.
Mehr Vertrauen in Krypto-Zahlungen?
Der landesweite Rollout von Spar könnte einen psychologischen Wendepunkt bedeuten. Große Namen im Einzelhandel beeinflussen, wie Verbraucher neue Bezahlformen wahrnehmen. Wenn Einkaufen mit Bitcoin genauso selbstverständlich wird wie das Bezahlen mit Karte, könnte das die Hürde für die breite Nutzung senken.
Mit der bevorstehenden Ausweitung auf alle 300 Filialen positioniert sich Spar nicht nur als innovativer Einzelhändler, sondern möglicherweise auch als Katalysator für eine breitere Krypto-Adoption in Europa.
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