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Die südkoreanische Medien- und Kommunikationsaufsicht hat eine Untersuchung gegen die Prognoseplattform Polymarket eingeleitet. Die Behörden wollen klären, ob das Angebot gegen das Glücksspielrecht des Landes verstößt. Bevor über mögliche Maßnahmen entschieden wird, erhält Polymarket zunächst Gelegenheit zur Stellungnahme.

Untersuchung richtet sich nicht mehr nur gegen Nutzer, sondern gegen Polymarket

Die Untersuchung markiert eine neue Phase im Vorgehen Südkoreas. Während bislang vor allem einzelne Nutzer im Fokus standen, nimmt die Aufsicht nun die Plattform selbst ins Visier.

Anfang Juni hatte die Polizei in der Provinz Gangwon noch ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen südkoreanische Polymarket-Nutzer eingeleitet. Der Verdacht: illegales Wetten auf Wahlmärkte. Lokalen Medien zufolge handelte es sich um das erste Strafverfahren im Land im Zusammenhang mit der Nutzung der Plattform.

Nach südkoreanischem Recht können Online-Dienste, die spekulatives Glücksspiel ermöglichen, als illegale Glücksspiele eingestuft werden. Entscheidend ist daher, ob die Prognosemärkte von Polymarket, auf denen Nutzer mit echtem Geld auf den Ausgang von Ereignissen setzen, unter diese Vorschriften fallen.

Die möglichen Strafen sind erheblich. Für illegales Glücksspiel droht eine Geldbuße von bis zu 10 Millionen Won, umgerechnet rund 6.500 Dollar. Bei wiederholtem Glücksspiel kann die Strafe auf bis zu drei Jahre Haft steigen. Für den Betrieb eines illegalen Glücksspielangebots sieht das Gesetz sogar bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldbuße von bis zu 30 Millionen Won vor.

Polymarket steht weltweit unter Beobachtung

Südkorea ist nicht das einzige Land, das Polymarket kritisch prüft. Nach Angaben des Unternehmens ist die Plattform derzeit in 33 Ländern nicht zugänglich, darunter das Vereinigte Königreich, Frankreich, Deutschland, Brasilien, Singapur, Japan und Australien. In einigen Staaten gelten zudem regionale Beschränkungen, etwa in vier kanadischen Provinzen.

Polymarket erklärt, diese Sperren seien notwendig, um lokale Gesetze, internationale Sanktionen, Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung (AML) sowie verpflichtende Identitätsprüfungen (KYC) einzuhalten.

Der Fall verweist auf eine größere Debatte, die weltweit geführt wird. Aufsichtsbehörden bewerten unterschiedlich, wie Prognosemärkte rechtlich einzuordnen sind. Handelt es sich um Glücksspiel, um Finanzprodukte oder um etwas dazwischen? Südkorea scheint vorerst die strengste Auslegung zu wählen.

Die Aufsicht hat noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Erst nachdem Polymarket Stellung genommen hat, wird entschieden, ob die Plattform gegen südkoreanisches Recht verstößt und ob tatsächlich Maßnahmen folgen.

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