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Russland arbeitet weiter an einem vollständig regulierten Kryptomarkt. Die Staatsbank Sberbank will spätestens zum 1. Dezember eine eigene Plattform für den Handel mit digitalen Vermögenswerten starten, einschließlich einer digitalen Verwahrung für Kunden. Die Pläne folgen kurz auf neue Gesetze der russischen Regierung, die den Kryptosektor unter die Aufsicht der Zentralbank stellen.

Gleichzeitig erhöhen die Europäische Union und das Vereinigte Königreich den Sanktionsdruck auf Russland weiter. Damit wird der Gegensatz immer deutlicher: Während der Westen versucht, Russlands Zugang zum internationalen Kryptomarkt einzuschränken, baut Moskau eine eigene Infrastruktur auf.

Sberbank baut eigene Kryptoplattform auf

Sberbank will bis zum 1. Dezember eine eigene Plattform für den Handel mit Krypto starten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax bildet eine digitale Verwahrung die Grundlage des neuen Systems. Dort werden die Krypto-Bestände der Kunden verwahrt und registriert, während Transaktionen weitgehend über die bankeigene Infrastruktur abgewickelt werden können.

Durch die interne Abwicklung rechnet Sberbank damit, Überweisungen schneller und effizienter verarbeiten zu können. Kunden erhalten dafür verwaltete Wallets, über die sie Krypto einzahlen, abheben und transferieren können.

Alexander Wedjachin, erster stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Sberbank, bezeichnet die digitale Verwahrung als zentralen Bestandteil der Plattform. Die Kombination aus verwalteten Wallets und interner Abwicklung soll Transaktionen beschleunigen und Kunden einen einfacheren Zugang zu den Krypto-Dienstleistungen der Bank ermöglichen.

Russland verschärft die Aufsicht über den Kryptomarkt

Die Pläne von Sberbank folgen kurz nach der Zustimmung russischer Gesetzgeber zu einem Gesetzentwurf, der den Kryptomarkt unter die Aufsicht der Zentralbank Russlands stellt.

Die Zentralbank erhält die Befugnis festzulegen, welche Coins über zugelassene Anbieter gehandelt werden dürfen. Zudem kann die Aufsichtsbehörde zusätzliche Regeln erlassen und Mindestanforderungen für Kryptoprojekte einführen, die Zugang zum regulierten Markt erhalten wollen.

Ab dem 1. September 2026 dürfen nur noch lizenzierte Anbieter auf dem russischen Kryptomarkt tätig sein. Das gilt unter anderem für Kryptobörsen, Broker, Vermögensverwalter, Verwahrer und andere Anbieter von Wertpapierdienstleistungen.

Europa erhöht den Sanktionsdruck weiter

Während Russland an einem eigenen Kryptomarkt unter staatlicher Aufsicht arbeitet, erhöhen die Europäische Union und das Vereinigte Königreich den Druck auf russische Akteure weiter.

In der vergangenen Woche setzte der Europäische Rat die Kryptobörse HTX, früher Huobi Global, auf die Sanktionsliste. Nach Einschätzung der Europäischen Union erbringt die Handelsplattform Finanzdienstleistungen, die die Wirksamkeit der Sanktionen gegen Russland untergraben könnten. Die Maßnahme ist Teil des umfassenderen Sanktionspakets, das wegen des Kriegs in der Ukraine verhängt wurde.

Auch innerhalb des europäischen Kryptosektors werden die Regeln weiter verschärft. Nach den neuen Vorgaben dürfen belarussische Staatsbürger und Einwohner nicht mehr Eigentümer, Geschäftsführer oder Aufsichtspersonen von Kryptounternehmen sein, die unter die europäische MiCA-Regulierung fallen.

Bereits früher in diesem Jahr ergriff auch das Vereinigte Königreich Maßnahmen gegen HTX. Die britische Regierung erklärte im Mai, es gebe hinreichende Anhaltspunkte dafür, dass die Handelsplattform Finanzdienstleistungen für Akteure mit Verbindungen zur russischen Regierung erbracht habe.

Die Entwicklungen zeigen, dass Russland und der Westen beim Kryptomarkt immer weiter auseinanderdriften. Während Moskau auf eine eigene Infrastruktur für Handel, Verwahrung und Abwicklung von Krypto setzt, versuchen europäische und britische Behörden, den Zugang russischer Akteure zum internationalen Kryptosektor weiter einzuschränken.

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