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Michael Saylor betonte jahrelang, dass er niemals auch nur einen Bitcoin (BTC) verkaufen würde, doch diese Haltung ändert sich nun rasch. Der CEO von Strategy, dem größten börsennotierten Bitcoin-Halter, deutete bereits letzten Monat erstmals auf einen möglichen Verkauf hin. Jetzt hat sein Unternehmen diese Option in einem offiziellen Dokument schriftlich festgehalten.
Strategy plant, Schulden im Wert von 1,5 Milliarden Dollar zurückzukaufen und nennt den Verkauf von Bitcoin als eine der möglichen Finanzierungsquellen.
Es handelt sich um sogenannte wandelbare Anleihen. Diese Darlehen sind besonders, da Investoren sie später in Aktien von Strategy umwandeln können, was attraktiv ist, wenn der Aktienkurs deutlich steigt.
Strategy emittierte diese Schulden im November 2024 in Höhe von 3 Milliarden Dollar. Es ist eine von vielen Anleihen, die das Unternehmen im Laufe der Jahre genutzt hat, um seine Bitcoin-Bestände aufzubauen. Insgesamt hat Strategy etwa 8,2 Milliarden Dollar aufgenommen.
Nun kauft das Unternehmen die Hälfte dieser Anleihe zurück und das mit erheblichem Rabatt. Strategy zahlt nur 1,38 Milliarden Dollar für Schulden im Wert von 1,5 Milliarden Dollar. Der etwa 8-prozentige Rabatt ist möglich, weil die Anleihen am Markt an Wert verloren haben. Investoren ziehen es vor, jetzt 92 Cent pro Dollar zu nehmen, anstatt bis 2029 auf die volle Auszahlung zu warten.
Der Abschluss des Deals ist für den 19. Mai geplant, wie aus einem offiziellen Dokument bei der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC hervorgeht.
In dem Dokument nennt das Unternehmen drei Möglichkeiten, den Rückkauf zu finanzieren: vorhandene Barmittel, Erlöse aus dem Verkauf neuer Aktien und Erlöse aus dem Verkauf von Bitcoin.
Besonders die letzte Option sticht hervor. Es würde bedeuten, dass Strategy einen Teil der Bitcoins verkauft, die es einst mit dieser Anleihe gekauft hat, um dieselbe Anleihe abzuzahlen.
Saylor verkündete seit Jahren, dass sein Unternehmen niemals auch nur einen Bitcoin verkaufen würde. Selbst ein Einbruch des Bitcoin-Kurses auf 8.000 Dollar würde Strategy nicht zum Verkauf zwingen, so seine Aussage.
Die einzige Ausnahme gab es 2022. Damals verkaufte das Unternehmen 704 Bitcoins, um Steuervorteile zu nutzen, und kaufte zwei Tage später 810 zurück. Netto wuchs der Bestand also weiter.
Anfang dieses Monats schlug Saylor plötzlich andere Töne an. Strategy werde „wahrscheinlich einige Bitcoin verkaufen, um eine Dividende zu finanzieren, einfach um dem Markt zu zeigen, dass wir es können“, sagte er bei den Quartalsergebnissen.
Diese Dividenden sind ein wichtiger Bestandteil des Geschäftsmodells. Strategy nimmt viel Geld durch Vorzugsaktien ein, eine spezielle Aktienart, die Investoren eine feste monatliche Rendite bietet. Das beliebteste Programm heißt STRC und zahlt derzeit 11,5 Prozent Dividende pro Jahr aus. Mit den Erlösen konnte Strategy in diesem Jahr bereits mehr als 100.000 Bitcoins kaufen, laut STRC.live.
Saylor versuchte später, die Sorgen zu zerstreuen. „Selbst wenn wir einen Bitcoin verkaufen, kaufen wir 10 bis 20 zurück“, erklärte der Mitbegründer in einem Podcast. Das Unternehmen bleibt seiner Aussage nach ein ‚Netto-Käufer‘ von Bitcoin.
Dasselbe Prinzip gilt auch für den Rückkauf der Anleihen. Strategy könnte Bitcoin verkaufen, um die 1,38 Milliarden Dollar aufzubringen, plant jedoch, die Coins in einem höheren Tempo zurückzukaufen.
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