Strategy, das Unternehmen mit den meisten Bitcoins im Besitz, hat erneut an seiner Finanzstrategie gearbeitet. Während sich der Bitcoin-Kurs (BTC) nach einer deutlichen Korrektur stabilisiert, trifft das Unternehmen eine bemerkenswerte Entscheidung, um sich für die kommenden Jahre finanziell abzusichern. Es fügt seiner kürzlich gegründeten Dollarreserve Hunderte Millionen Dollar hinzu.
Dollarreserve von Strategy steigt auf 2,2 Milliarden
Das amerikanische Unternehmen Strategy, unter der Leitung von Michael Saylor, hat seine Dollarreserve um 748 Millionen Dollar erhöht. Damit steigt die gesamte Kassenposition auf etwa 2,2 Milliarden Dollar.
Mit diesem Schritt will Strategy in Zeiten von Marktunsicherheit finanzielle Sicherheit gewährleisten, ohne gezwungen zu sein, sein Hauptvermögen, Bitcoin, zu verkaufen.
Laut einer Einreichung bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC wurde der Betrag durch den Verkauf von Stammaktien aufgebracht. Der Erlös ist dazu bestimmt, in den nächsten 32 Monaten Dividenden an Vorzugsaktionäre zu zahlen, die beim Dividendenbezug Vorrang haben.
Die Erweiterung der Dollarreserve folgt auf eine frühere Ankündigung zu Beginn dieses Monats, in der Strategy bereits mitteilte, seine Kassenposition auf 1,44 Milliarden Dollar erhöht zu haben.
Gleichzeitig kauft das Unternehmen weiterhin aggressiv Bitcoin zu. Letzte Woche wurden für fast 1 Milliarde Dollar BTC gekauft, mit einem Erwerb von 10.645 Münzen. Damit beläuft sich der gesamte Besitz auf 671.268 BTC.
Bei dem aktuellen Kurs von 89.000 Dollar entspricht das einem Marktwert von fast 60 Milliarden Dollar. Da der durchschnittliche Kaufpreis bei etwa 75.000 Dollar liegt, ergibt sich daraus ein Buchgewinn von über 9,6 Milliarden Dollar.
Verkaufsangst rund um Bitcoin schwindet
Laut Analyst Crypto Rover ist die Erhöhung der Kassenposition ein strategischer Geniestreich von Saylor. Die jährlichen Dividendenzahlungen auf die vier Vorzugsaktien belaufen sich auf fast 700 Millionen Dollar.
Die Befürchtung war, dass Strategy bei fallenden Kursen BTC verkaufen müsste. Diese Angst scheint nun etwas zu schwinden.
Ein weiterer Vorteil ist, dass die wandelbaren Schulden von Strategy erst ab September 2028 fällig sind, mit einem extrem niedrigen Zinssatz von 0,42 Prozent.
Auch Analyst André Dragosch äußert sich positiv zur Strategie von Strategy. Ihm zufolge verringert der gestärkte Kassenpuffer das Risiko, dass Bitcoin auf das Kaufniveau des Unternehmens von etwa 75.000 Dollar zurückfällt, da die Wahrscheinlichkeit von Zwangsverkäufen nun erheblich geringer ist.
Laut Bitwise-CIO Matt Hougan müssen sich Anleger überhaupt keine Sorgen machen, dass Strategy in naher Zukunft Bitcoin verkauft. Trotz Bedenken über Kursdruck und Indexänderungen ist das Unternehmen seiner Meinung nach finanziell gesund.
Hougan betont außerdem, dass Strategy keine dringenden Schulden hat und dass Michael Saylor die Mehrheit der Stimmrechte kontrolliert. Ein Verkaufsszenario sei seiner Meinung nach „schlichtweg nicht im Gespräch“.
Strategy könnte aus Aktienindizes ausgeschlossen werden
Es gibt jedoch eine andere Sorge. Neue Regeln des Indexanbieters MSCI (Morgan Stanley Capital International) könnten dazu führen, dass Unternehmen mit großen Krypto-Beständen aus wichtigen Aktienindizes gestrichen werden.
Sollte dies geschehen, müssten Fonds möglicherweise Aktien im Wert von bis zu 15 Milliarden Dollar verkaufen. Das könnte erhebliche Auswirkungen auf Unternehmen wie Strategy und den breiteren Kryptomarkt haben.
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