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Bitcoin-Miner geraten finanziell unter Druck. Der Bitcoin (BTC)-Kurs liegt unter den durchschnittlichen Produktionskosten, zugleich sind die Einnahmen der Miner seit Oktober deutlich gesunken. Eine große Verkaufswelle bei BTC ist bislang dennoch ausgeblieben.
Analysten von Bitfinex verweisen auf mehrere On-Chain-Indikatoren, die darauf hindeuten, dass Miner ihre Reserven weitgehend halten. Gleichzeitig verändert sich ihr Geschäftsmodell rasant. Immer mehr große Mining-Unternehmen suchen nach zusätzlichen Erlösquellen außerhalb von Bitcoin und setzen dabei auf künstliche Intelligenz (KI).
Die durchschnittlichen Kosten für die Produktion eines BTC liegen derzeit bei rund 76.500 Dollar. Damit fällt es vielen Minern beim aktuellen Bitcoin-Kurs schwer, profitabel zu arbeiten.
Hinzu kommt, dass ihre Einnahmen seit Oktober stark zurückgegangen sind. Zusammen verdienen Bitcoin-Miner derzeit etwa 20 Millionen Dollar pro Tag, nach rund 60 Millionen Dollar vor wenigen Monaten. Diese Einnahmen bestehen aus neuen BTC, die Miner für das Hinzufügen von Blöcken zur Blockchain erhalten, sowie aus Transaktionsgebühren der Nutzer.
Ein solcher Rückgang kann Miner normalerweise dazu zwingen, Reserven zu verkaufen, um Strom, Personal und andere Betriebskosten zu finanzieren. Derzeit gibt es dafür jedoch nur wenige Hinweise.
Bitfinex verweist unter anderem auf das Puell Multiple. Dieser Indikator vergleicht die aktuellen Einnahmen der Miner mit dem historischen Durchschnitt und liegt derzeit bei etwa 0,7. Das bestätigt, dass Miner deutlich weniger verdienen als üblich.
Gleichzeitig liegt der Miners‘ Position Index bei rund minus 1,2. Dieser Indikator misst die Abflüsse von BTC aus Wallets der Miner und deutet darauf hin, dass vergleichsweise wenig Bitcoin bewegt wird. Trotz des finanziellen Drucks scheinen Miner ihre Reserven vorerst also weitgehend zu halten.
Parallel dazu vollzieht sich im Mining-Sektor ein wichtiger Wandel. Vor allem börsennotierte Bitcoin-Miner investieren zunehmend in Infrastruktur für künstliche Intelligenz.
Dieser Schritt ist weniger überraschend, als es zunächst scheint. Große Mining-Unternehmen verfügen bereits über Rechenzentren, leistungsstarke Stromanschlüsse und Infrastruktur für Hochleistungscomputer. Genau diese Ressourcen sind auch bei Technologieunternehmen gefragt, die enorme Rechenkapazitäten für KI benötigen.
MARA ist ein deutliches Beispiel für diese Entwicklung. Das Unternehmen verkaufte mehr als 23.000 BTC im Wert von rund 1,63 Milliarden Dollar. Das frei gewordene Kapital wurde unter anderem genutzt, um Schulden abzubauen und den Ausbau in Richtung KI zu unterstützen.
Auch im Bitcoin-Netzwerk ist inzwischen eine Veränderung sichtbar. Die Hashrate ist um etwa siebzehn Prozent gesunken. Dieser Wert zeigt, wie viel Rechenleistung Miner gemeinsam einsetzen, um Transaktionen zu verarbeiten und das Netzwerk abzusichern.
Ein Teil dieses Rückgangs dürfte damit zusammenhängen, dass Mining-Unternehmen Kapazitäten in KI-Rechenzentren verlagern. Unternehmen, die jahrelang nahezu vollständig vom Krypto-Mining abhängig waren, können ihre kostspielige Infrastruktur damit nun auch für andere Einnahmequellen nutzen.
An der Börse wird die veränderte Position der Miner inzwischen deutlich sichtbar. Während BTC seit Jahresbeginn um fast dreißig Prozent gefallen ist, haben mehrere Aktien von Mining-Unternehmen an Wert gewonnen.
Der CoinShares Bitcoin Mining ETF (WGMI), der ein Engagement in börsennotierten Mining-Unternehmen ermöglicht, liegt seit Jahresbeginn rund zwanzig Prozent im Plus.
Anleger bewerten Bitcoin-Miner damit nicht mehr ausschließlich danach, wie viele BTC sie produzieren. Auch ihre Stromverträge, Rechenzentren und Möglichkeiten, Infrastruktur für KI zu nutzen, können bei der Bewertung eine wichtige Rolle spielen.
Diese neuen Einnahmequellen können zudem dazu beitragen, dass Mining-Unternehmen weniger stark darauf angewiesen sind, ihre Bitcoin-Reserven zur Finanzierung laufender Kosten zu verkaufen. Ob KI tatsächlich der wichtigste Grund dafür ist, dass Miner derzeit vergleichsweise wenig BTC verkaufen, lässt sich auf Basis der verfügbaren Daten jedoch nicht mit Sicherheit feststellen.
Gleichzeitig entsteht eine klare Zweiteilung. Die klassischen Einnahmen aus dem Bitcoin-Mining stehen stark unter Druck, während dieselben Unternehmen an der Börse von der enormen Nachfrage nach Energie und Infrastruktur für KI profitieren können.
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