Der weltweit größte börsennotierte Bitcoin-Halter Strategy hat den Kurs mit seiner aggressiven Einkaufspolitik stark unterstützt. Inzwischen ist jedoch die Sorge aufgekommen, das Unternehmen könnte den Markt belasten, indem es einen Teil seiner Bestände ablädt. Ein solches Horrorszenario sei jedoch „schlichtweg nicht realistisch“, sagt Bitwise-Topmanager Matt Hougan.
Kein Grund zur Sorge
„Es gibt im Kryptobereich wahrlich genug Dinge, über die man sich Sorgen machen kann. Dass Michael Saylor und Strategy Bitcoin verkaufen, gehört definitiv nicht dazu.“
So Hougan, CIO des Krypto-Vermögensverwalters Bitwise.
Strategy war Ende 2020 das erste börsennotierte Unternehmen, das in Bitcoin (BTC) investierte. Inzwischen sind es mehr als zweihundert andere, doch Saylors Firma hält mit 650.000 Coins in der Bilanz bei Weitem die größte Reserve.
Im vergangenen Monat kamen erstmals Verkaufsängste auf, als Strategy Bitcoins im Wert von mehreren Milliarden Dollar verschob – und das in einer Phase, in der der Bitcoin-Kurs ohnehin bereits stark eingebrochen war.
Saylor bemühte sich sofort, die Wogen zu glätten. CEO Phong Le erklärte jedoch diese Woche, ein Verkauf wäre „mathematisch gerechtfertigt“, falls die Marktkapitalisierung des Unternehmens unter den Wert der Bitcoin-Reserven fallen sollte.
Nach Ansicht von Hougan ist dieses Untergangsszenario unzutreffend. Strategy sei finanziell robust und befinde sich in keiner Weise in einer Lage, in der Verkäufe notwendig wären.
„Es gibt nichts daran, dass der MSTR-Kurs unter den NAV fällt, was das Unternehmen zum Verkauf zwingen würde“, sagte Hougan.
„Da keine einzige Schuld vor 2027 fällig wird und ausreichend Cash vorhanden ist, um die Zinszahlungen auf lange Sicht zu bedienen, kann ich mir das einfach nicht vorstellen.“
Auch intern sei die Wahrscheinlichkeit von BTC-Verkäufen laut Hougan minimal. Michael Saylor kontrolliert 42 % der Stimmrechte – ein Umstand, der jede Debatte über Verkäufe weitgehend im Keim erstickt.
Der Bitwise-CIO bezeichnet ihn als „einen der überzeugtesten Bitcoin-Gläubigen, die es gibt“.
Saylor habe 2022 nicht verkauft, als die Aktie ebenfalls mit deutlichem Abschlag auf den NAV gehandelt wurde – und laut Hougan werde das diesmal nicht anders sein.
Indexrisiko facht den Verkaufsdruck an
Hougan ging zudem auf eine weitere, durchaus berechtigte Sorge in der Bitcoin-Community ein: die mögliche Herausnahme von Strategy aus den MSCI-Indizes. Indexfonds müssten ihre Positionen dann schrittweise abbauen – ein Faktor, der den Aktienkurs in den vergangenen Wochen zusätzlich belastet hat.
Hougan hält die Angst jedoch für überzogen. „Meiner Erfahrung nach sind die Effekte von Indexausschlüssen geringer, als viele erwarten, und in der Regel im Vorfeld bereits eingepreist.“
Er verweist darauf, dass selbst dann, als MSCI-Tracker im Zuge der Aufnahme in den Nasdaq-100 MSTR-Aktien im Wert von 2,1 Milliarden US-Dollar kaufen mussten, der Kurs sich kaum bewegte.
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