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Während der S&P 500 auf Rekordniveau notiert, kommen die Kurse von Bitcoin (BTC), Ripple (XRP) und den meisten anderen Kryptowährungen kaum vom Fleck. In dieser Woche erhielten Anleger mit günstigen Inflationsdaten eigentlich Rückenwind, bei den digitalen Assets ist davon jedoch nichts zu sehen. Was steckt dahinter?

Inflationsdaten helfen BTC und XRP nicht

Der Verbraucherpreisindex (CPI) brachte am Mittwoch keine Überraschung. Für den Markt reichte das jedoch, um bei der nächsten Sitzung im September nicht mehr mit einer Zinserhöhung zu rechnen.

Gestern fiel der Erzeugerpreisindex (PPI) niedriger aus als erwartet. Inzwischen preist der Markt für dieses Jahr gar keinen weiteren Schritt der Notenbank mehr ein. Und das, obwohl der Ölpreis weiterhin hoch ist und eine Wiederöffnung der Straße von Hormus nicht absehbar scheint.

Dass keine Zinserhöhung eingepreist wird, ist grundsätzlich eine gute Nachricht für unverzinsliche Anlagen wie Bitcoin und XRP. Dennoch stehen die Kurse in dieser Woche deutlich im Minus: Bitcoin verlor mehr als 3 Prozent, XRP gut 2 Prozent.

Der Ripple-Token machte zudem aus dem falschen Grund Schlagzeilen: Er fiel auf den niedrigsten Stand seit November 2024.

Was steckt hinter den roten Zahlen?

Wie so oft scheinen mehrere Faktoren mitzuspielen. Wir haben sie zusammengetragen:

  • Der CLARITY Act liegt auf Eis. Der US-Gesetzentwurf soll festlegen, welche Aufsichtsbehörde für welchen Teil des Kryptomarkts zuständig ist. In der Branche gilt er als wichtigster Schritt hin zu klaren Spielregeln. Die Abstimmung im Senat stand bereits auf der Tagesordnung, wurde aber auf September verschoben.

Auf der Wettplattform Polymarket rechnen nur 20 Prozent damit, dass das wichtige Gesetz noch in diesem Jahr von Präsident Donald Trump unterzeichnet wird.

  • Die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) verschiebt ihre lang erwartete „Innovation Exemption“ erneut. Diese Ausnahme soll es erleichtern, tokenisierte Wertpapiere – also Aktien und Anleihen in Form eines Tokens auf einer Blockchain – im Rahmen der bestehenden Gesetzgebung zu handeln.
  • SEC verschiebt wichtiges Treffen. Parallel dazu arbeitet die SEC an Regeln, mit denen Token-Projekte legal Geld bei Investoren einsammeln können. Die für heute angesetzte öffentliche Sitzung dazu wurde abrupt abgesagt.
  • MSCI stellt Ausschluss von Unternehmen in Aussicht. Der Indexanbieter, der festlegt, welche Aktien in weltweit beachteten Börsenbarometern vertreten sind, hat eine Konsultation eröffnet, um Unternehmen ohne echte operative Geschäftstätigkeit aus seinen Indizes zu entfernen.

Die Bitcoin-Treasury-Firmen Strategy und Metaplanet werden dabei ausdrücklich genannt. Sollten sie aus den Indizes fallen, müssten Indexfonds ihre Aktien verkaufen. Das wäre ein Dämpfer für die Bewertungen und würde es erschweren, Kapital für neue Bitcoin-Käufe aufzunehmen.

  • Kapital fließt aus den US-ETFs ab. Vor allem die Bitcoin-Fonds erleben wieder eine schwächere Woche, mit Nettoabflüssen von mehr als 332 Millionen Dollar. Gleichzeitig sammeln die Börsenprodukte auf XRP kaum frisches Geld ein.
  • Die Renditen lang laufender US-Anleihen ziehen kräftig an. Bei einer Auktion von US-Staatsanleihen mit 30 Jahren Laufzeit im Volumen von 25 Milliarden Dollar stieg die Rendite am Donnerstag auf 5,22 Prozent, den höchsten Stand seit 2001.

Damit wird es für die USA immer teurer, ihren gewaltigen Schuldenberg zu refinanzieren. Das vergrößert das Defizit und treibt die Zinsen weiter nach oben – eine schwer zu durchbrechende Spirale.

Zugleich schlägt das unter anderem auf Hypotheken und Unternehmenskredite durch, künftige Gewinne werden niedriger bewertet (schmerzhaft für Aktien), und die Risikobereitschaft sinkt. Mit sicheren Staatsanleihen (weil die USA in der eigenen Währung verschuldet sind, ist ein Zahlungsausfall praktisch ausgeschlossen) lassen sich bereits mehr als 5 Prozent erzielen.

  • Amerikaner verkaufen wieder im großen Stil Bitcoin. Die sogenannte Coinbase Bitcoin Premium ist weiter ins Minus gerutscht. Das bedeutet, dass der Bitcoin-Kurs an der US-Börse Coinbase im Vergleich zu ausländischen Handelsplätzen noch günstiger geworden ist.

Seit 105 Tagen steht der Indikator im roten Bereich, doch in dieser Woche nimmt der Verkaufsdruck zu. Das erklärt, warum der Markt derzeit oft schwach reagiert, sobald die Amerikaner aktiv werden.

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