Anleger, die auf eine schnelle Erholung nach dem nächsten Crash hoffen, sollten sich laut Marktstratege Gareth Soloway wappnen. Statt einer scharfen Korrektur gefolgt von einer Erholung, prognostiziert er eine lange Phase finanzieller Stagnation, die bis zu zwei Jahrzehnte andauern könnte.
Soloway, Chefstratege bei Verified Investing, warnte in einem Interview, dass der US-Aktienmarkt möglicherweise auf ein japanisches Szenario zusteuert: keine neuen Rekordhöhen, sondern jahrelange Seitwärtsbewegungen und wiederholte Verluste.
USA verliert finanzielle Dominanz
Laut Soloway setzen geopolitische Spannungen und eine harte Handelspolitik die amerikanische Finanzmacht unter Druck. Wichtige Länder wenden sich von US-Staatsanleihen ab. Er nennt besonders China, das seine Exponierung gegenüber US-Treasuries reduziert, als Zeichen dafür, dass die Entdollarisierung tatsächlich begonnen hat.
Dieser Trend weist laut Soloway auf eine grundlegende Verschiebung hin. Er vergleicht die Situation mit Japan nach dem Platzen der Blase in den 1980er Jahren: Damals erreichte der Aktienmarkt einen Höhepunkt, konnte diesen jedoch jahrzehntelang nicht mehr erreichen.
Keine Crash, sondern jahrzehntelange Rückgänge
Soloway betont, dass er keinen plötzlichen Einbruch wie 1987 erwartet. Stattdessen rechnet er mit einem langanhaltenden Bärenmarkt mit wiederholten Rückgängen von 20 bis 40 Prozent. Neue Allzeithochs? Diese könnten seiner Meinung nach erst in 15 bis 20 Jahren erreicht werden.
„Der Markt wird langfristig nicht unbedingt zusammenbrechen, aber er wird jahrelang in einem schmerzhaften Muster von Rückgängen und Seitwärtsbewegungen verharren,“ so der Analyst.
Erhebliche Folgen für Anleger
Diese Entwicklung könnte vor allem für Menschen problematisch sein, die auf langfristiges Wachstum angewiesen sind, wie Pensionssparer. Wenn die Inflation anhält, während Aktienkurse stagnieren, droht ein erheblicher Kaufkraftverlust. Ein sogenannter säkularer Bärenmarkt, ohne Crash, aber mit finanzieller Erosion.
Soloway rät Anlegern, ihren Fokus zu ändern: lieber Kaufkraftsicherung statt Jagd nach hohen Renditen. Er nennt Gold, Silber und Bitcoin als werterhaltende Alternativen. Auch Bargeld oder kurzfristige Staatsanleihen können während Korrekturen Schutz bieten.
Private Credit: Wie riskant ist der Markt, wenn Blackstone Anleger warten lässt?
Blackstone lässt Anleger auf ihr Geld warten. Die Frage ist, wie lange das in einem Markt mit einem Volumen von 1,8 Billionen Dollar gutgeht.
Revolut auf dem Weg zur eigenen US-Bank
Revolut hat vorläufig grünes Licht für eine eigene Bank in den USA erhalten. Was bedeutet das für den Finanzdienstleister mit 80 Millionen Kunden?
OpenAI-KI-Agenten kapern deutsche Website
KI-Agenten von OpenAI übernahmen eine deutsche Website, umgingen Regeln und sprachen darüber, wie sie unentdeckt bleiben könnten.
Meist gelesen
Google Gemini prognostiziert XRP-Kurs für den 1. September 2026
Google Gemini geht davon aus, dass XRP bis zum 1. September weiter zulegen könnte, warnt aber auch vor einer möglichen Korrektur auf 1,20 Dollar.
Elon Musks Grok nennt XRP-Kursziel für den 1. September
Grok erwartet für den 1. September einen XRP-Kurs von 1,65 Dollar, im besten Fall 2 Dollar. Zunächst muss die Zone um 1,55 Dollar halten.
Ethereum, XRP und Solana fallen nach Höchstständen seit Januar – morgen wird entscheidend
Der Kryptomarkt hat in dieser Woche kräftig zugelegt, nun legen die Kurse eine Verschnaufpause ein. Der morgige Tag wird entscheidend.
