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Ein Analyst von Standard Chartered sieht mehrere Anzeichen dafür, dass der Kryptomarkt einen Wendepunkt erreicht hat. Er betrachtet dabei unter anderem die Aktivitäten von Strategy, die Kapitalströme in Bitcoin (BTC) ETFs und die Entwicklung des Ölpreises. Seiner Meinung nach liegt der Tiefpunkt dieses Zyklus wahrscheinlich bereits hinter uns.
Analyst Geoff Kendrick von Standard Chartered teilt seinen Kunden mit, dass der Kryptomarkt wahrscheinlich den Tiefpunkt dieses Zyklus hinter sich gelassen hat. Seiner Einschätzung nach lag der Boden für Bitcoin bei rund 59.000 Dollar. Mittlerweile liegt der Bitcoin-Kurs bei etwa 65.700 Dollar, unter anderem dank eines kräftigen Anstiegs nach Berichten über ein Friedensabkommen zwischen den USA und Iran. In den letzten 24 Stunden verzeichnet Bitcoin ein Plus von über 2 Prozent.
Laut Kendrick gibt es derzeit drei wichtige Indikatoren, die auf einen Wendepunkt des Marktes hindeuten.
Der erste Indikator ist die Aktivität von Strategy, dem Unternehmen von Michael Saylor. Das Unternehmen ist bekannt für seine nahezu ständigen Bitcoin-Käufe. Saylor veröffentlichte gestern erneut eine kryptische Botschaft in den sozialen Medien mit den Worten: „Noch immer Punkte hinzufügen.“ Er teilte erneut das bekannte Diagramm, das oft einer neuen Kaufankündigung vorausgeht.
Anleger erwarten daher, dass Strategy heute erneut den Kauf zusätzlicher Bitcoin bekanntgibt. Kendrick zufolge wäre dies ein wichtiges Zeichen dafür, dass große Akteure weiterhin Vertrauen in den Markt haben.
Auch der ETF-Markt sendete laut Kendrick ein positives Signal. Am Freitag verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs einen Nettozufluss von 85,9 Millionen Dollar. Damit endete eine Rekordserie von neunzehn Handelstagen mit Abflüssen, die über 5,1 Milliarden Dollar an Kapital betrafen.
Zudem fiel der Ölpreis den zweiten Handelstag in Folge. Niedrigere Energiepreise können die Inflationserwartungen dämpfen, was normalerweise als positiv für risikoreiche Anlagen wie Kryptowährungen angesehen wird. Eine geringere Inflation erhöht zudem die Chancen auf eine lockerere Geldpolitik, was Anleger oft dazu ermutigt, mehr Risiken einzugehen.
Kendrick fasst seine Einschätzung in einem klaren Fazit zusammen: „Der Winter ist vorbei. Willkommen zurück im Krypto-Frühling.“
Die Aufmerksamkeit für Strategy ist besonders groß, da das Unternehmen Anfang Juni erstmals seit 2022 einen Teil seiner Bitcoin verkaufte. Ein Bericht bei der US-Börsenaufsicht SEC zeigte, dass Strategy 32 BTC verkauft hatte.
Dieser Verkauf führte zu Kritik, da Saylor jahrelang dafür bekannt war, dass er erklärte, nie Bitcoin zu verkaufen. Auf der BTC Prague-Konferenz verteidigte er die Entscheidung. Saylor zufolge müssen Unternehmen die Möglichkeit haben, Bitcoin zu verkaufen, wenn es nötig ist, um Dividendenauszahlungen und andere Kreditprodukte zu unterstützen.
„Wenn die Richtlinie des Unternehmens lautet, dass wir nie Bitcoin verkaufen, dann hat das Darlehen keinen Wert und die Aktie keinen Wert“, erklärt Saylor.
Mit dem Rückgang des Iran-Risikos kehren Hedgefonds zu ihrer Vor-Kriegs-Strategie zurück. Auch Bitcoin profitiert davon.
Nach einem seltenen Verkauf, der den Markt erschütterte, beweist Saylor seine Entschlossenheit: In nur zwei Wochen 98-facher Bitcoin-Kauf.
Seit 2010 fiel BTC nach jedem Hoch unter dasselbe Niveau. Sollte das Muster erneut zutreffen, droht ein Fall auf 48.000 Dollar.
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