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Der Verkaufsdruck bei AI- und Chipaktien ist noch nicht vorüber. Am Mittwoch fielen asiatische Technologie- und Chipwerte erneut stark, nachdem auch Wall Street am Dienstag schwach geschlossen hatte. Besonders SoftBank erlitt einen deutlichen Rückschlag. Das japanische Technologiekonglomerat verlor rund 10 Prozent, da Anleger erneut an den hohen Bewertungen im AI-Sektor zweifeln.
Damit scheint die kurze Erholung zu Beginn der Woche bereits an Schwung zu verlieren.

Der Rückgang in Asien folgte auf eine schwache Sitzung in den USA. Der Nasdaq Composite verlor am Dienstag 0,97 Prozent und der S&P 500 sank um 0,26 Prozent. Am Tag zuvor hatten Chipaktien noch für eine Erholung gesorgt, aber diese Rallye erwies sich als kurzfristig. Der iShares Semiconductor ETF fiel erneut um etwa 1 Prozent.
In Asien waren die Verluste größer. SK Hynix verlor mehr als 8 Prozent, Samsung Electronics sank um 7,45 Prozent und LG Display fiel fast 9 Prozent. Auch Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, der größte Chiphersteller der Welt, geriet unter Druck.
Das zeigt, dass der Druck auf die AI-Wertschöpfungskette breit gefächert ist. Nicht nur amerikanische Techaktien werden getroffen, sondern auch asiatische Anbieter von Chips, Speichern, Bildschirmen und Hardware.
SoftBank wurde besonders hart getroffen durch Sorgen über Finanzierungsprobleme. Laut Bloomberg News hat sich der Versuch, mindestens 6 Milliarden Dollar über einen Margin-Kredit basierend auf der OpenAI-Beteiligung zu beschaffen, verzögert.
Das Unternehmen prüft nun alternative Finanzierungsmöglichkeiten, obwohl der Kredit später noch zurückkommen könnte. Das ist brisant, da SoftBank für Anleger zunehmend als Hebel auf den AI-Hype gilt. Wenn die Finanzierung teurer oder schwieriger wird, steigt die Anfälligkeit.
Genau das ist nun das breitere Problem am Markt. Der AI-Sektor benötigt riesige Mengen an Kapital, während Anleger kritischer gegenüber Bewertungen werden.
Ein wichtiges Thema derzeit ist, dass neue AI-bezogene Börsengänge Kapital aus bestehenden Technologieaktien abziehen können.
SpaceX soll beispielsweise am Freitag an die Börse gehen bei einer Bewertung von rund 1,75 Billionen Dollar. OpenAI hat gemäß den übermittelten Informationen vertraulich einen Börsengang beantragt. Auch Anthropic wird als potenzieller großer AI-Kandidat genannt.
Für Anleger klingt das spannend, aber es schafft auch ein praktisches Problem. Kapital ist nicht unbegrenzt. Wenn große Investoren Kapital für SpaceX, OpenAI oder Anthropic freimachen wollen, kann das bedeuten, dass sie bestehende Positionen in börsennotierten Techunternehmen reduzieren müssen.
Das macht die aktuelle Schwäche bei Chipaktien besonders interessant. Es ist nicht nur die Angst vor niedrigeren Kursen, sondern auch eine mögliche Umstrukturierung von Kapital innerhalb des AI-Sektors.
Der Kern der Korrektur bleibt derselbe. AI-Aktien sind stark gestiegen und die Erwartungen sind extrem hoch. Solange Umsatzwachstum, Margen und die Nachfrage nach Chips weiter überraschen, kann die Rallye anhalten. Aber bei solchen Bewertungen gibt es wenig Spielraum für Enttäuschungen.
Hinzu kommt, dass der Markt inzwischen mit höheren Zinsen rechnet. Das trifft vor allem Wachstumsaktien, deren Bewertungen stark auf zukünftigen Gewinnen basieren. AI bleibt also ein starkes Thema, aber der Preis, den Anleger dafür zahlen, wird immer wichtiger.
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