Die Ernennung von Kevin Warsh zum neuen Vorsitzenden der US-Notenbank rückt plötzlich näher. Ein einflussreicher republikanischer Senator hat seinen Widerstand aufgegeben, nachdem eine umstrittene Untersuchung gegen den derzeitigen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell eingestellt wurde. Damit könnte bald Klarheit über die Zukunft der Zinspolitik in den Vereinigten Staaten herrschen.
Ernennung bei der Fed beschleunigt sich nach Ende der Untersuchung
Der US-Senator Thom Tillis erklärte, dass er die Ernennung von Warsh nicht länger blockieren wird. Zuvor hatte er den Prozess wegen einer strafrechtlichen Untersuchung gegen Jerome Powell, den derzeitigen Vorsitzenden der Federal Reserve, aufgehalten.
Diese Untersuchung betraf eine kostspielige Renovierung von Gebäuden der Notenbank. Powell selbst bezeichnete die Untersuchung zuvor als einen Versuch der Regierung von Donald Trump, Druck auf die Zinspolitik auszuüben.
Nachdem das Justizministerium die Untersuchung nun eingestellt hat, sieht Tillis keinen Grund mehr, die Ernennung zu blockieren. Er bezeichnet Warsh sogar als „einen ausgezeichneten Kandidaten“ für die Position.
Durch diesen Kurswechsel haben die Republikaner genug Unterstützung, um die Nominierung durch den Senatsausschuss zu bringen. Danach scheint auch die Zustimmung durch den gesamten Senat nur noch eine Frage der Zeit zu sein.
Kampf um die Unabhängigkeit der Notenbank
Die Situation um Powell und die Untersuchung zeigt, wie sensibel die Unabhängigkeit der Notenbank ist. Laut Tillis stellte die Untersuchung eine ernsthafte Bedrohung für diese Unabhängigkeit dar.
Er warnte, dass politischer Druck auf die Fed erhebliche Auswirkungen auf die Finanzmärkte weltweit haben kann. Auch demokratische Senatoren äußerten ihre Besorgnis und nannten die eingestellte Untersuchung ein mögliches Präzedenzfall für zukünftigen Druck auf Entscheidungsträger.
Unterdessen bleibt die Rolle von Trump im Hintergrund ein wichtiges Thema. Er hat wiederholt Kritik an Powell geübt, weil die Zinsen seiner Meinung nach nicht schnell genug gesenkt wurden.
Warsh erklärte während seiner Anhörung, dass er unabhängig agieren möchte, jedoch offen für eine engere Zusammenarbeit mit der Regierung in anderen Politikbereichen sei.
Was bedeutet das für Märkte und Krypto
Die mögliche Ernennung von Warsh zum Fed-Vorsitzenden könnte Auswirkungen auf die Finanzmärkte und damit auch auf Krypto haben. Anleger achten genau auf Signale zu Zinssenkungen, da niedrigere Zinsen häufig günstig für risikoreiche Anlageklassen wie Bitcoin sind.
Warsh deutete zuvor an, dass die Inflation möglicherweise überschätzt wird und die Zinssätze weniger Einfluss haben als gedacht. Dies könnte Spielraum für eine lockerere Geldpolitik bieten.
Da die Amtszeit von Powell bald endet, ist der Zeitrahmen knapp. Wenn alles nach Plan verläuft, könnte Warsh bereits in wenigen Wochen die Führung der Notenbank übernehmen.
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