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Die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) hat im Kampf gegen Kryptobetrug einen wichtigen Erfolg erzielt. Ein Bundesgericht in New York entschied, dass die Kryptoplattform NanoBit Limited Anleger über Jahre mit einer fingierten Investmentplattform getäuscht und damit gegen US-Wertpapiergesetze verstoßen hat.
Das Gericht verhängte gegen NanoBit und mehrere beteiligte Unternehmen Geldstrafen in Millionenhöhe. Nach Angaben der SEC verloren Anleger insgesamt Millionen Dollar, nachdem sie über soziale Medien und WhatsApp zu Investitionen verleitet worden waren.
Nach Darstellung der SEC begann der Betrug auf Instagram, wo potenzielle Opfer angesprochen wurden. Anschließend wurden sie WhatsApp-Gruppen hinzugefügt, in denen die Betreiber von NanoBit als erfahrene Finanzberater und Kryptospezialisten auftraten.
In diesen Gruppen wurden die Teilnehmer aufgefordert, Geld auf die Handelsplattform von NanoBit einzuzahlen. Anleger sahen dort ein professionell wirkendes Dashboard, auf dem ihre Investments scheinbar rasch an Wert gewannen.
Nach Angaben der Aufsichtsbehörde war daran nichts echt. Es fanden weder Investments noch Handelstransaktionen statt. Das Dashboard war vollständig gefälscht, das eingezahlte Geld wurde direkt an die Hinterleute des Betrugs weitergeleitet.
Die Ermittlungen zeigen, dass mehr als 2 Millionen Dollar auf Bankkonten in Hongkong überwiesen wurden. Zudem sollen die Beschuldigten Kryptowährungen im Wert von mehreren Hunderttausend Dollar veruntreut haben.
Anleger, die ihr Geld abheben wollten, wurden aufgefordert, zunächst hohe Zusatzgebühren zu zahlen. Andere erhielten unterschiedliche Begründungen, warum eine Auszahlung nicht möglich sei. Wer kritische Fragen zur Plattform stellte, wurde laut SEC sogar aus den WhatsApp-Gruppen entfernt.
Die SEC wirft NanoBit außerdem vor, bewusst falsche Angaben genutzt zu haben, um Vertrauen zu schaffen. So behauptete das Unternehmen, die Tochtergesellschaft NanobitUS Securities sei bei der SEC offiziell als Wertpapierbroker registriert. Nach Angaben der Aufsichtsbehörde traf das nicht zu.
Zudem bewarb NanoBit mehrere Initial Coin Offerings (ICOs), über die Anleger in neue Kryptoprojekte investieren konnten. Dabei seien laut SEC unrealistische Renditen in Aussicht gestellt worden, um immer mehr Investoren anzulocken.
Am 16. Juni erließ das US-Bezirksgericht für den Eastern District of New York ein endgültiges Urteil gegen vier Unternehmen und zwei Personen.
Gegen NanoBit wurde eine zivilrechtliche Geldbuße von 1,18 Millionen Dollar verhängt. Zudem muss das Unternehmen mehr als 532.000 Dollar an unrechtmäßig erzielten Einnahmen zurückzahlen und knapp 81.200 Dollar an gesetzlichen Zinsen leisten. Insgesamt beläuft sich die Summe damit auf fast 1,8 Millionen Dollar.
Auch gegen die verbundenen Unternehmen Radiant Horizons, Sweet Karma und Zhao Deli wurde jeweils eine eigene Geldbuße von 1,18 Millionen Dollar verhängt.
Einer der Hauptbeschuldigten, Jiajie Liu, muss zudem rund 120.000 Dollar an Geldbußen, Rückzahlungen und Zinsen zahlen.
Das Gericht untersagte allen verurteilten Parteien außerdem dauerhaft, Wertpapiere auszugeben, zu kaufen oder zu verkaufen.
Das Urteil fügt sich in die breitere Strategie der SEC ein, Betrug im Kryptosektor zu bekämpfen. Zwar ist die Aufsichtsbehörde unter der Regierung von Donald Trump in mehreren Punkten gegenüber der Kryptobranche weniger strikt aufgetreten, die Bekämpfung von Anlagebetrug bleibt jedoch eine zentrale Priorität.
Das zeigen auch jüngste Durchsetzungsverfahren. Ende Mai verklagte die SEC einen Mann aus Texas, der über angeblich KI-gesteuerte Handelsbots mehr als 12 Millionen Dollar von rund 150 Investoren eingesammelt haben soll. Einen Monat zuvor folgte ein Verfahren gegen den Krypto-Unternehmer Donald Basile, der nach Angaben der Aufsichtsbehörde rund 16 Millionen Dollar mit irreführenden Aussagen rund um den Coin Bitcoin Latinum eingeworben haben soll.
Mit dem Urteil gegen NanoBit macht die SEC erneut deutlich, dass sie weiter konsequent gegen Kryptoplattformen vorgeht, die Anleger mit fingierten Investmentplattformen, falschen Renditeversprechen und betrügerischen Kryptoprojekten täuschen.
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