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Die US-Börsenaufsicht hat in letzter Minute beschlossen, ihren Plan für den Handel mit tokenisierten Aktien auf Eis zu legen. Laut Bloomberg zog die Behörde die Notbremse, nachdem Börsenmitarbeiter und Marktteilnehmer Bedenken hinsichtlich der Umsetzung geäußert hatten.

Innovationsausnahme auf Eis gelegt

Diese Woche wollte die SEC endlich ihre lang erwartete Innovationsausnahme präsentieren, doch die Behörde zog in letzter Minute die Notbremse. Mitarbeiter der Securities and Exchange Commission (SEC) hatten den Entwurf bereits geprüft und Hunderte von Marktteilnehmern haben Input geliefert. Der Inhalt des Vorschlags bleibt vorerst unverändert.

Die Innovationsausnahme ist eine Ausnahme von den strengen US-Wertpapiergesetzen. Konkret würde die Regelung es Krypto-Plattformen ermöglichen, tokenisierte Aktien anzubieten, ohne die normalerweise erforderlichen traditionellen Börsenlizenzen. Der SEC-Vorsitzende Paul Atkins machte das nach seinem Amtsantritt Anfang dieses Jahres zu einem Schwerpunkt seiner Kryptopolitik.

Tokenisierte Aktien sind nichts anderes als normale Aktien, jedoch in einem Token auf der Blockchain verpackt. Unter der Ausnahme müssen Plattformen, die diese Tokens anbieten, den Anlegern dieselben Rechte gewähren wie reguläre Aktionäre. Dazu gehören Dividenden und Stimmrechte.

SEC-Kommissarin Hester Peirce, eine ausgesprochene Krypto-Befürworterin, ließ am Donnerstag bereits auf eine Verschiebung schließen. Sie wies darauf hin, dass die Ausnahme „im Umfang begrenzt“ bleiben und nur digitale Darstellungen bestehender Wertpapiere unterstützen würde.

Das trifft direkt den Kern der Diskussion: Dürfen externe Parteien digitale Aktien ausgeben, ohne die Zustimmung des Unternehmens selbst? Eine Krypto-Plattform könnte einfach ein Tesla-Token herausgeben, ohne dass Tesla davon weiß. Auf einer Blockchain, wo Nutzer oft teils anonym sind, ist es zudem schwierig festzustellen, wer der tatsächliche Inhaber ist.

Die SEC hat bereits Anfang dieses Jahres einen Unterschied zwischen zwei Arten von tokenisierten Aktien gemacht. Custodial Tokens werden mit Zustimmung des Unternehmens ausgegeben und verleihen vollständige Aktionärsrechte. Synthetische Tokens folgen nur dem Kurs, ohne dass der Inhaber wirklicher Eigentümer wird. Diese zweite Kategorie bereitet die meisten Kopfschmerzen.

Kryptosektor begrüßt die Verschiebung

Erstaunlicherweise erhält die SEC Unterstützung aus unerwarteter Richtung. Carlos Domingo, CEO der Tokenisierungsplattform Securitize, schrieb auf X, dass es wichtig sei, dass die „Ausnahme auf die richtigen Instrumente angewendet wird“.

„Lieber verschieben, als es falsch zu machen und allerlei Probleme auszulösen.“

Auch Tom Farley, Chef der Kryptobörse Bullish, erklärte seine Zustimmung. Ihm zufolge realisiert die SEC nun, dass nur börsennotierte Unternehmen selbst Tokens ausgeben können, die tatsächlich eine Aktie darstellen. Bullish übernahm Anfang dieses Monats den Transferagenten Equiniti für 4,2 Milliarden Dollar, ein klarer Einsatz auf eine tokenisierte Zukunft.

Die Zahlen zeigen, dass der Markt noch in den Kinderschuhen steckt. Laut Daten von RWA.xyz sind Vermögenswerte im Wert von 34 Milliarden Dollar als sogenannte Real-World Assets (RWA’s) tokenisiert, darunter 1,55 Milliarden Dollar in Aktien. Im vergangenen Jahr hat sich der Tokenisierungsmarkt jedoch mehr als versechsfacht.

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