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Saudi-Arabien hat den Preis seiner wichtigsten Rohölsorte für asiatische Abnehmer überraschend deutlich gesenkt. Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco verkauft Arab Light erstmals seit dem Preiskrieg von 2020 mit einem Abschlag auf die regionale Benchmark. Der Schritt zeigt, wie stark der Druck am Ölmarkt zunimmt: Ein wachsendes Angebot zwingt Produzenten zu schärferem Wettbewerb.
Vor allem der rasche Anstieg der Ölexporte aus der Golfregion belastet den Markt. Analysten halten es für möglich, dass auch andere Förderländer ihre Preise demnächst weiter senken.
Saudi Aramco senkt den offiziellen Verkaufspreis für Arab Light zur Lieferung im kommenden Monat um 11 Dollar pro Barrel. Damit liegt der Preis für asiatische Käufer 1,50 Dollar unter der regionalen Benchmark. Laut Bloomberg ist es die größte monatliche Preissenkung seit mindestens dem Jahr 2000.
Die Preissenkung folgt auf einen kräftigen Anstieg des Ölangebots aus der Golfregion. Nach einer vorläufigen Einigung zwischen den USA und Iran ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus weitgehend wieder angelaufen. Dadurch gelangt erneut viel Öl auf den Weltmarkt, während die Nachfrage zurückbleibt.
Auch der Brent-Ölpreis hat in den vergangenen Wochen nahezu alle Gewinne wieder abgegeben, die während der Spannungen im Nahen Osten entstanden waren. Am physischen Ölmarkt werden inzwischen Abschläge verzeichnet, wie sie seit der Corona-Pandemie kaum noch zu beobachten waren.
Trotz der deutlichen Preissenkung halten mehrere asiatische Abnehmer saudisches Öl weiterhin für vergleichsweise teuer. Am Spotmarkt sind ähnliche Ladungen aus anderen Ländern derzeit günstiger erhältlich. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Saudi-Arabien die Preise erneut anpassen muss, falls das Angebot hoch bleibt.
Nach Einschätzung von Ahmed Mehdi, Ölanalyst bei Renaissance Energy Advisors, ist die Preissenkung kein Hinweis auf einen neuen Preiskrieg. Vielmehr passe sich der Markt an die schnelle Normalisierung der Exporte über die Straße von Hormus an.
Dem Analysten zufolge müssen die Preise attraktiv genug werden, um vor allem chinesische Käufer wieder an den Markt zu bringen. Die chinesischen Ölimporte sind zuletzt gesunken, während das verfügbare Angebot stark gestiegen ist.
Saudi-Arabien spielt traditionell eine zentrale Rolle am globalen Ölmarkt und passt die Produktion regelmäßig an, um Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht zu halten. Derzeit erhöht das Land die Förderung schrittweise im Rahmen der Vereinbarungen innerhalb von OPEC+.
Die scharfe Preissenkung wirft dennoch Fragen mit Blick auf den Rest der Region auf. Andere Ölproduzenten im Nahen Osten veröffentlichen in den kommenden Tagen ihre offiziellen Verkaufspreise. Sollten auch sie deutliche Abschläge ankündigen, könnte der Wettbewerb um Abnehmer weiter zunehmen.
Saudi Aramco senkte die Preise nicht nur für Asien. Auch europäische Kunden erhalten einen Abschlag von 15 Dollar pro Barrel, während die Preise für amerikanische Abnehmer um 8 Dollar pro Barrel reduziert wurden.
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