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Die US-Aktienfutures legen am Montag deutlich zu, während der Ölpreis kräftig fällt, nachdem die Angriffe zwischen den Vereinigten Staaten und Iran vorerst ausgesetzt wurden. Die Dow-Futures stiegen um mehr als 360 Punkte. Die S&P-500-Futures gewannen 0,84 Prozent, die Nasdaq-100-Futures kletterten sogar um 1,40 Prozent.

Nasdaq 100-futures beginnen sterk aan nieuwe beursweek.
Nasdaq-100-Futures mit starkem Auftakt in die neue Börsenwoche. Quelle: TradingView

Damit bekommt Wall Street nach einer schwierigen Woche etwas Luft. Chipwerte standen zuletzt unter Druck, zudem sorgte der Krieg mit Iran erneut für Unsicherheit.

Der unmittelbare Auslöser der Erholung ist klar. Der Brent-Ölpreis fällt um fast 5 Prozent auf rund 92 Dollar je Barrel, während WTI mehr als 5 Prozent verliert und auf 84,84 Dollar zurückgeht.

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Ölpreis entlastet die Märkte

Der Rückgang des Ölpreises ist für den gesamten Markt relevant. In der vergangenen Woche hatte Brent oberhalb von 100 Dollar noch neue Inflationssorgen ausgelöst. Höhere Energiepreise können sich auf Transportkosten, Produktionskosten und Inflationserwartungen auswirken. Dadurch stieg die Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve länger restriktiv bleibt oder sogar erneut an der Zinsschraube dreht.

Olieprijs stort naar beneden, maar blijft relatief hoog.
Ölpreis bricht ein, bleibt aber relativ hoch. Quelle: TradingView

Da Öl nun zurückfällt, lässt diese akute Sorge vorerst nach. Das zeigt sich auch am Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank im asiatischen Handel um 5 Basispunkte auf 4,63 Prozent. Die Rendite der 30-jährigen Papiere fiel auf 5,12 Prozent, auch die zweijährige Rendite ging zurück.

Amerikaanse 10-jaarsrente enigszins gedaald vanaf de piek.
US-Rendite zehnjähriger Staatsanleihen leicht vom Hoch gesunken. Quelle: TradingView

Das ist günstig für Risikoanlagen. Niedrigere Ölpreise und sinkende Renditen verschaffen Aktien, Bitcoin und vor allem Wachstumssektoren wie KI vorübergehend etwas Spielraum.

Geopolitische Risiken bleiben bestehen

Dennoch ist es zu früh, von echter Entspannung zu sprechen. Die Feuerpause zwischen den Vereinigten Staaten und Iran senkt kurzfristig die Spannung, gelöst ist der Konflikt aber nicht. Zudem kamen an anderer Stelle neue Spannungen hinzu.

Die Ukraine soll ein iranisches Handelsschiff im Kaspischen Meer getroffen haben. Iran warf Kyjiw daraufhin einen feindlichen und kriminellen Akt vor. Damit bleibt die Geopolitik vorerst ein wichtiger Marktfaktor.

Der Markt reagiert heute erleichtert, doch diese Erleichterung steht auf einem fragilen Fundament. Hält die Feuerpause zwischen Washington und Teheran nicht, kann der Ölpreis rasch wieder steigen.

Richtungsweisende Woche für KI

Neben Öl und Geopolitik stehen in dieser Woche die Quartalszahlen im Mittelpunkt. Amazon, Apple, Meta und Microsoft legen ihre Ergebnisse vor. Damit wird die KI-Story am Markt erneut auf die Probe gestellt.

In der vergangenen Woche enttäuschte Alphabet. Nicht, weil die Nachfrage nach KI schwach gewesen wäre, sondern weil der Konzern seine Investitionsausgaben erhöhte und Anleger zunehmend Belege sehen wollen, dass sich KI-Investitionen auszahlen.

Damit werden die Zahlen der anderen Megacaps umso wichtiger. Wenn Microsoft, Meta, Amazon und Apple zeigen, dass KI-Ausgaben zu Umsatzwachstum, höheren Margen oder besseren Cashflows führen, könnte das den Markt beruhigen. Präsentieren aber auch sie vor allem höhere Investitionen ohne überzeugende Erträge, dürfte der Zweifel am KI-Bullenmarkt weiter zunehmen.

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Das Dilemma der KI-Investitionen

Schwierig ist, dass der Markt in einem Dilemma steckt. Einerseits wollen Anleger, dass Hyperscaler weiter in KI investieren. Wenn Unternehmen wie Microsoft, Amazon, Meta und Alphabet ihre Investitionen zurückfahren, wäre das ein schlechtes Signal für Chiphersteller, Rechenzentren und andere Anbieter von KI-Infrastruktur.

Andererseits wollen Aktionäre nicht, dass diese Ausgaben endlos steigen, ohne dass ein klarer Ertrag erkennbar ist. Auf dieses Spannungsfeld verweist Mahoney Asset Management.

Bleiben die Ausgaben hoch, sorgen sich Anleger um den freien Cashflow und die Profitabilität. Werden die Ausgaben gesenkt, fürchtet der Markt eine schwächere Nachfrage nach Chips und KI-Infrastruktur. Für den KI-Komplex ist das ein schwieriger Balanceakt.

Fed entscheidet am Mittwoch

Hinzu kommt am Mittwoch die Zinsentscheidung der Federal Reserve. Der Konsens lautet, dass die Notenbank in dieser Woche noch nicht erhöht, eine Zinserhöhung im September aber wahrscheinlicher ist. Dennoch preist der Markt weiterhin eine nennenswerte Wahrscheinlichkeit ein, dass die Fed bereits in dieser Woche um 25 Basispunkte erhöht.

Nach Einschätzung von BMO Capital Markets stützen die niedrigeren Energiepreise kurzlaufende US-Staatsanleihen etwas. Die Renditen bleiben jedoch nahe am oberen Ende ihrer jüngsten Handelsspanne. Anleger rechnen also weiter mit einer restriktiven US-Notenbank.

Die moderaten Inflationsdaten für Juni geben der Notenbank Spielraum zum Abwarten. Sollte Öl jedoch erneut steigen oder der Arbeitsmarkt robust bleiben, könnte die Fed später doch noch eingreifen müssen.

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