Sam Bankman-Fried, der verurteilte Gründer der Kryptobörse FTX, hat neue Vorwürfe hinsichtlich seines Strafverfahrens in den Vereinigten Staaten erhoben. In Beiträgen auf X behauptet er, dass US-Staatsanwälte Zeugen während des Prozesses, der 2023 zu seiner Verurteilung wegen Betrugs und Verschwörung führte, unter Druck gesetzt haben.
Die Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem sein Berufungsverfahren und der Antrag auf ein neues Verfahren noch anhängig sind.
Neue Vorwürfe wegen Druck auf Zeugen
Bankman-Fried zufolge gibt es neue Beweise, die zeigen sollen, dass Beamte des US-Justizministeriums Zeugen davon abgehalten oder sie ermutigt haben, ihre Aussagen zu ändern. Er sieht darin eine Verletzung seines Rechts auf ein faires Verfahren.
Sollte eine solche Einflussnahme bewiesen werden, könnte dies seiner Meinung nach Auswirkungen auf die Gültigkeit der Verurteilung haben. Bislang hat jedoch kein Gericht festgestellt, dass tatsächlich ein Fehlverhalten der Ankläger vorliegt.
Hintergrund: Verurteilung nach FTX-Insolvenz
FTX war einst eine der größten Kryptobörsen weltweit. Das Unternehmen ging 2022 in die Insolvenz, nachdem bekannt wurde, dass Kundengelder in großem Umfang für andere Zwecke verwendet wurden, darunter riskante Investitionen über das Schwesterunternehmen Alameda Research.
2023 wurde Bankman-Fried in mehreren Anklagepunkten, darunter Betrug und Verschwörung, für schuldig befunden. Das Gericht entschied, dass Milliarden von Kundengeldern unrechtmäßig eingesetzt wurden. Er erhielt eine langjährige Haftstrafe und verbüßt diese derzeit in einem US-Bundesgefängnis.
Antrag auf neues Verfahren und Kritik am Richter
Die neuen Vorwürfe reihen sich in frühere rechtliche Schritte seiner Verteidigung ein. Seine Anwälte argumentieren, dass die Jury keinen Zugang zu potenziell entlastenden Beweismitteln hatte und bestimmte Zeugenaussagen unzulässig eingeschränkt wurden.
Bankman-Fried hat zudem gefordert, dass sich der US-Distriktgericht Richter Lewis Kaplan aus dem Verfahren zurückzieht. Ihm zufolge war der Richter während des Prozesses nicht unparteiisch. Er weist auf andere aufsehenerregende Fälle hin, um ein Muster der Voreingenommenheit zu suggerieren.
Ob sich ein Richter tatsächlich zurückziehen muss, hängt davon ab, ob objektive Gründe vorliegen, an seiner Neutralität zu zweifeln. Eine Entscheidung darüber steht noch aus.
Berufungsverfahren noch anhängig
Die US-Gerichte prüfen derzeit, ob die vorgebrachten Einwände schwer genug wiegen, um das Verfahren neu aufzurollen. Für ein neues Verfahren muss festgestellt werden, dass eventuelle Fehler während des Verfahrens wesentlich die Entscheidung beeinflusst haben.
Bis darüber eine Entscheidung getroffen wird, bleibt die Verurteilung rechtskräftig.
Geteilte Reaktionen auf X
Die Beiträge von Bankman-Fried führten zu zahlreichen Reaktionen in den sozialen Medien. Ein großer Teil davon ist kritisch. Nutzer weisen darauf hin, dass das unrechtmäßige Verwenden von Kundengeldern laut Jury unabhängig von späteren Entwicklungen als Betrug zu werten ist.
Einige vergleichen die Situation mit Diebstahl: Auch wenn das Geld später zurückgegeben wird, bleibt die ursprüngliche Handlung strafbar. Andere Reaktionen sind persönlicher Natur und stellen seine Glaubwürdigkeit infrage.
Mit seinen neuen Äußerungen versucht Bankman-Fried erneut, Aufmerksamkeit für seinen Rechtsstreit zu gewinnen. Ob seine Argumente letztlich zu einem neuen Verfahren führen, hängt vom Urteil des Gerichts ab.
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