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Robinhood geht bei künstlicher Intelligenz (KI) den nächsten Schritt. Die Handelsplattform hat angekündigt, dass berechtigte Kunden in den USA künftig KI-Agenten externer Anbieter einsetzen können, um eigenständig Transaktionen mit digitalen Coins auszuführen. Die Erweiterung passt zur Strategie des Unternehmens, das Investieren stärker zu automatisieren.
Bei einer Präsentation teilte Robinhood mit, dass Nutzer gemeinsam mit einem KI-Agenten eine persönliche Handelsstrategie festlegen können. Auf Basis zuvor definierter Regeln kann die KI anschließend selbstständig Kauf- und Verkaufsorders ausführen. Anleger müssen ihr Konto dadurch nicht laufend überwachen.
Einen genauen Termin für den Start der Funktion für zunächst amerikanische Nutzer nannte Robinhood noch nicht. Das Unternehmen erklärte jedoch, dass Großbritannien der nächste Markt sein wird, in dem die KI-Agenten eingeführt werden.
Die Einführung der KI-Agenten fügt sich in die breitere Strategie von Robinhood ein. Das Unternehmen investiert seit Monaten verstärkt in Blockchain-Technologie und die Tokenisierung realer Vermögenswerte. Dabei werden etwa Aktien oder Immobilien digital auf einer Blockchain abgebildet, wodurch sie leichter handelbar werden.
Anfang des Monats startete Robinhood zudem die Robinhood Chain, ein eigenes Blockchain-Netzwerk auf Ethereum-Basis. Laut Johann Kerbrat, Senior Vice President und General Manager Crypto bei Robinhood, wurden in der ersten Woche mehr als 17 Millionen Transaktionen über knapp 350.000 Wallet-Adressen verarbeitet.
Die neue KI-Funktion baut auf einem ähnlichen Dienst für den Aktien- und Optionshandel auf. Seit dem Beta-Start Ende Mai wurden dafür bereits mehr als 70.000 Konten für KI-Agenten eingerichtet.
Nach Angaben von Robinhood sollen Privatanleger mithilfe von KI Zugang zu Werkzeugen erhalten, die bislang vor allem großen professionellen Investoren vorbehalten waren.
„Damit erhalten Privatanleger zunehmend jene Vorteile, die institutionelle Investoren seit Jahrzehnten nutzen.“
Für die KI-Agenten arbeitet Robinhood mit mehreren Technologieunternehmen zusammen, darunter OpenAI, Anthropic und Grok.
Robinhood will KI nicht nur für den Handel mit digitalen Assets einsetzen. Das Unternehmen ermöglicht es ausgewählten Nutzern auch, KI-Agenten selbstständig Einkäufe mit einer Kreditkarte durchführen zu lassen.
Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit einem breiteren Trend in der Blockchain-Branche. Coinbase-Chef Brian Armstrong und Circle-CEO Jeremy Allaire hatten bereits prognostiziert, dass KI-Agenten in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle bei Blockchain-Zahlungen spielen werden.
Auch andere Unternehmen arbeiten an vergleichbaren Anwendungen. Amazon Web Services integrierte im Mai das x402-Zahlungsprotokoll von Coinbase in Amazon Bedrock AgentCore. Dadurch können KI-Agenten selbstständig Zahlungen mit dem Stablecoin USDC ausführen, einem digitalen Coin, dessen Wert an den US-Dollar gekoppelt ist.
Im April brachte der Wallet-Entwickler Oobit zudem eine von Visa unterstützte virtuelle Zahlungskarte auf den Markt, mit der KI-Agenten im Auftrag von Unternehmen Online-Käufe mit dem Stablecoin USDT tätigen können.
Obwohl immer mehr Unternehmen in KI-Agenten für Finanzanwendungen investieren, bleibt die tatsächliche Nutzung bislang noch vergleichsweise gering.
Zahlen der Blockchain-Analyseplattform Artemis zeigen, dass über das KI-gestützte x402-Protokoll im Juni Transaktionen im Volumen von rund 2 Millionen Dollar verarbeitet wurden. Das macht deutlich, dass sich die Technologie trotz der wachsenden Aufmerksamkeit in der Branche noch in einer frühen Entwicklungsphase befindet.
Mit der Einführung von KI-Agenten für den Handel mit digitalen Coins geht Robinhood einen weiteren Schritt in Richtung stärker automatisierter Geldanlage. Zugleich muss sich in den kommenden Jahren zeigen, ob diese Technologie von Privatanlegern tatsächlich in großem Umfang genutzt wird.
Der inzwischen im Netzwerk gebundene Gesamtwert ist auf mehr als 106 Millionen Dollar gestiegen.
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