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Die Einführung der Robinhood Chain hat die Debatte über das Geschäftsmodell von Ethereum neu entfacht. Obwohl das neue Layer-2-Netzwerk binnen kurzer Zeit viel Aktivität angezogen hat, erhält Ethereum nur einen kleinen Teil der Transaktionsgebühren, die Nutzer zahlen.
Aus Daten von Ethereum Daily geht hervor, dass Nutzer rund 843.000 Dollar an Transaktionsgebühren zahlten. Davon landeten nur etwa 1.600 Dollar bei Ethereum für die Datenspeicherung und die endgültige Abwicklung der Transaktionen.
Auch Lorenzo Valente, Analyst bei der Investmentgesellschaft ARK Invest, kam zuvor zu einem ähnlichen Ergebnis. Auf Basis eines früheren Datenstands berechnete er, dass Robinhood rund 89 Prozent der Einnahmen aus Transaktionsgebühren einbehielt. Etwa 10 Prozent gingen an das Arbitrum-Ökosystem, während Ethereum lediglich 0,15 Prozent erhielt. Die kleinen Abweichungen zu den Zahlen von Ethereum Daily dürften auf unterschiedliche Messzeitpunkte zurückgehen.
Nach Einschätzung von Valente verweisen die Zahlen auf eine breitere Debatte im Ethereum-Ökosystem. Einerseits sorgen Layer-2-Netzwerke für mehr Aktivität und eine höhere Nachfrage nach ETH, das für Transaktionsgebühren, Staking und als Sicherheit genutzt wird. Andererseits bleiben die direkten Einnahmen aus Transaktionsgebühren größtenteils bei den Unternehmen und Protokollen, die auf Ethereum aufsetzen.
Ethereum Daily zufolge geben die Transaktionsgebühren nur einen begrenzten Einblick in den Wert, den die Robinhood Chain für Ethereum schaffen kann.
Robinhood führte über die Robinhood Wallet tokenisierte Aktien in mehr als 120 Ländern ein. Dabei handelt es sich um digitale Abbilder börsennotierter Aktien, die auf einer Blockchain ausgegeben werden. Nutzer können sie rund um die Uhr handeln und in Anwendungen wie Kreditplattformen oder Märkten einsetzen, auf denen Vermögenswerte als Sicherheiten dienen können.
Dadurch können klassische Anleger leichter mit Blockchain-Anwendungen in Berührung kommen. Wer mit tokenisierten Aktien von Unternehmen wie Apple oder Nvidia beginnt, kann später auch dezentrale Handelsplattformen, Stablecoins und andere Finanzanwendungen auf der Blockchain nutzen.
Ob sich diese Entwicklung tatsächlich fortsetzt, hängt von Faktoren wie der Nutzernachfrage, ausreichender Liquidität und der Verfügbarkeit der Produkte ab.
Ethereum-Mitgründer Joseph Lubin sieht die vergleichsweise niedrigen Einnahmen aus Layer-2-Netzwerken nicht als Problem. Aus seiner Sicht sollten die Gebühren im Ethereum-Mainnet niedrig bleiben, um das weitere Wachstum des Ökosystems zu fördern.
Lubin erwartet, dass in den kommenden Jahren immer mehr Unternehmen Anwendungen auf Ethereum, Layer-2-Netzwerken und anderen Ethereum-kompatiblen Blockchains entwickeln werden. Dadurch könnte die Nachfrage nach ETH steigen, weil der Coin weiterhin für Transaktionsgebühren, Staking und als Sicherheit benötigt wird. Zudem führen Transaktionen im Hauptnetz dazu, dass ein Teil des ETH-Angebots aus dem Umlauf genommen wird.
Sein Fokus liegt daher vor allem auf dem indirekten Wert, den zusätzliche Netzwerkaktivität schaffen kann, und weniger auf den direkten Einnahmen aus Transaktionsgebühren.
Robinhood startete sein öffentliches Mainnet am 1. Juli als Layer-2-Netzwerk auf Ethereum, aufgebaut auf Basis der Arbitrum-Technologie. Das Netzwerk konzentriert sich auf die Tokenisierung realer Vermögenswerte, Handel und dezentrale Finanzanwendungen. Unter anderem unterstützten Uniswap, Chainlink und Morpho den Start.
Seitdem ist die Robinhood Chain schnell gewachsen. Das Netzwerk überschritt bereits die Marke von 70 Millionen Dollar an über Bridges eingebrachtem Ether und 100 Millionen Dollar an gebundenem Gesamtvolumen (TVL). Zudem erreichte das Handelsvolumen auf Uniswap pro Tag rund 500 Millionen Dollar, während Millionen Transaktionen verarbeitet wurden. Vor allem Kreditprodukte und befristete Belohnungsprogramme sorgten für einen schnellen Liquiditätsanstieg.
Eine separate Analyse von crypto.news zeigte zudem, dass die Robinhood Chain in der Anfangsphase ein Handelsvolumen von 570 Millionen Dollar erzielte, bei einer Liquidität von rund 21,7 Millionen Dollar am Tag des Starts. Das deutet auf einen starken Auftakt hin, wirft aber zugleich Fragen nach der Tragfähigkeit dieses Wachstums auf, sobald die Anreizprogramme auslaufen.
Der schnelle Aufstieg der Robinhood Chain wirft eine zentrale Frage auf. Obwohl Ethereum die technische Grundlage bildet, auf der das Netzwerk läuft, erhält es nur einen kleinen Teil der Transaktionsgebühren, die Nutzer zahlen. Robinhood und Arbitrum profitieren dagegen direkt von einem deutlich größeren Teil der Einnahmen.
Gleichzeitig kann Ethereum längerfristig dennoch profitieren, wenn das Wachstum der Layer-2-Netzwerke zu einer stärkeren Nutzung von ETH und mehr Aktivität im Hauptnetz führt. Ob diese indirekten Vorteile die begrenzten direkten Einnahmen aus Transaktionsgebühren am Ende aufwiegen, bleibt vorerst ein wichtiger Streitpunkt innerhalb der Ethereum-Community.
Die Lizenzpflicht trat zwar offiziell Ende 2024 in Kraft, gilt inzwischen aber ausnahmslos in der gesamten Europäischen Union.
Bei einer Präsentation teilte Robinhood mit, dass Nutzer gemeinsam mit einem KI-Agenten eine persönliche Handelsstrategie entwickeln können.
Der inzwischen im Netzwerk gebundene Gesamtwert ist auf mehr als 106 Millionen Dollar gestiegen.
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