Viele Menschen befürchten, dass künstliche Intelligenz (KI) ihnen in Zukunft den Arbeitsplatz streitig machen wird. Die Technologie entwickelt sich rasant weiter und es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sie den Menschen in allen Bereichen übertrifft. Doch laut dem CEO der großen Handelsplattform Robinhood wird KI vielmehr zu einer Explosion neuer Arbeitsplätze führen.
„Job-Singularität“
In einem aktuellen TED-Vortrag sprach er über eine sogenannte „Job-Singularität“, bei der KI eine Welle neuer Berufe, Unternehmen und Industrien hervorbringt.
Tenev erklärte in einer aktuellen TED-Rede, dass der Arbeitsmarkt vor einer grundlegenden Umwälzung stehe. Nicht, indem Jobs einfach gestrichen werden, sondern indem Arbeit radikal verändert und für Einzelpersonen zugänglicher gemacht wird.
„Wir befinden uns auf einer Kurve schnell wachsender Beschäftigung, die ich gerne als ‚Job-Singularität‘ bezeichne, eine Art kambrische Explosion nicht nur neuer Jobs, sondern neuer Berufsfamilien in jedem erdenklichen Bereich“, so Tenev. „Während das Internet den Menschen weltweiten Zugang verschaffte, gibt ihnen KI ein weltweit erstklassiges Personal.“
KI senkt die Hürde für Unternehmertum
Der Chef von Robinhood, wo man auch Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) handeln kann, argumentiert, dass KI Aufgaben übernimmt, die früher nur von großen Organisationen ausgeführt werden konnten. Dazu gehören Ingenieurwesen, Marketing, Forschung, Betrieb und Kundenservice. Auf diese Weise können Einzelpersonen und kleine Teams viel mehr mit weniger Unterstützung erreichen.
Laut Tenev verändert dies die Zukunft der Arbeit grundlegend. Menschen erhalten Möglichkeiten, die zuvor großen Unternehmen vorbehalten waren. Das senkt die Hürde, ein Unternehmen zu gründen, und öffnet die Tür zu neuen Arbeitsformen.
„Es wird zu einem Anstieg unternehmerischer Aktivitäten kommen, mit Mikro-Unternehmen, Einzelgründern und Ein-Personen-Unicorns, und ich glaube nicht, dass wir davon weit entfernt sind“, so Tenev.
Studie zeigt Jobwachstum durch KI
Tenevs Optimismus wird teilweise durch Studien gestützt. Eine Untersuchung der MIT Sloan School of Management aus Oktober 2025 kam zu dem Schluss, dass Unternehmen, die KI einsetzen, oft schneller wachsen und sogar Arbeitsplätze schaffen. Das Weltwirtschaftsforum schätzte im Januar 2025, dass die Verbreitung von KI weltweit fast 170 Millionen neue Jobs schaffen könnte.
Tenev setzt diese Entwicklung in einen historischen Kontext. Im Laufe der Jahrhunderte verschwanden ganze Berufszweige durch technologische Fortschritte, von Jägern und Bauern bis hin zu Fabrikarbeitern. „Jobdisruption ist ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Evolution“, sagte er.
Sorgen über Tempo und Unsicherheit
Trotzdem erkennt Tenev an, dass die Geschwindigkeit der KI-Entwicklung Besorgnis erregt. Anders als frühere Technologien kann KI nun gleichzeitig in mehreren Bereichen tätig sein, was Karrierewege weniger vorhersehbar macht.
Diese Bedenken sind weit verbreitet. Eine Umfrage des Pew Research Center aus Februar 2025 ergab, dass mehr als die Hälfte der amerikanischen Arbeitnehmer besorgt über die Auswirkungen von KI auf die Arbeit ist. Etwa ein Drittel befürchtet sogar langfristig weniger Chancen.
Tenev warnt jedoch vor Pessimismus. Er verweist auf frühere technologische Ängste, die sich nicht bewahrheiteten. „Selbst wenn es offensichtlich erscheint, liegen unsere Zukunftsprognosen manchmal völlig falsch“, sagte er.
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