In einer Welt, in der die Technologie sich rasant verändert, scheint sich das Investitionsklima im Jahr 2025 zunehmend auf künstliche Intelligenz (KI) zu konzentrieren. Laut neuen Zahlen von Pitchbook gingen fast 60% des weltweiten Risikokapitals im ersten Quartal dieses Jahres an KI-Startups. Das ist eine Verdoppelung im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres, als dieser Anteil noch bei 28% lag.
Milliarden in KI, aber nicht ohne Risiken
Ein großer Teil des Gesamtbetrags ging überraschenderweise an einen einzigen Akteur: OpenAI, das Unternehmen hinter unter anderem ChatGPT. Das Unternehmen sicherte sich Ende März eine gigantische Finanzierungsrunde von 40 Milliarden Dollar, angeführt von SoftBank. Die gesamten KI-Investitionen beliefen sich damit im ersten Quartal auf 73 Milliarden Dollar, was bereits in drei Monaten mehr als die Hälfte des Gesamtbetrags des Vorjahres übersteigt.
In Nordamerika ist der Kapitalfluss in Richtung KI noch dominanter. Dort gingen sogar 70% aller VC-Gelder an KI-Startups. Laut Investoren herrscht eine starke Angst, den Anschluss zu verpassen. Die Geschwindigkeit, mit der sich KI entwickelt, sorgt für ein Gefühl der Dringlichkeit, das das Investitionsverhalten stark beeinflusst.
„Das Tempo, in dem sich KI entwickelt, ist kaum zu verfolgen,“ sagt Maria Palma von Freestyle Capital. „Jeder fürchtet, dass ein anderer zuerst die Ziellinie erreicht.“ Dennoch gibt es auch Skepsis. Nnamdi Okike von 645 Ventures warnt, dass das Sentiment zu weit umschlägt. „Wenn jeder denkt, dass es nur nach oben gehen kann, dann befindet man sich gefährlich nahe am Selbstbetrug,“ so Okike.
Kryptosektor erholt sich aus dem Tief
Während KI dominiert, klettert der Kryptosektor leise aus einem Tiefpunkt. Laut CryptoRank sammelten Krypto- und Blockchain-Unternehmen im ersten Quartal zusammen 4,8 Milliarden Dollar ein. Das ist mehr als viermal so viel wie im Vorquartal. Über 2 Milliarden Dollar davon kamen von MGX, einer Investmentgesellschaft aus Abu Dhabi, die bei Binance einstieg.
Obwohl KI überwiegt, entsteht auch wieder Raum für Kryptowährungsinitiativen, angefacht durch eine günstigere Haltung der Regulierungsbehörden in den USA. Galaxy Ventures von Mike Novogratz ist auf Kurs, bis Ende Juni 180 Millionen Dollar zu sammeln, deutlich über dem ursprünglichen Ziel von 150 Millionen.
Die massive Kapitalverschiebung in Richtung KI deutet auf eine Neuverteilung von Vertrauen, Vision und Erwartung unter den Investoren hin. Gleichzeitig gibt es auch Raum für Sektoren, die zuvor an Boden verloren haben. Die eigentliche Herausforderung liegt nun darin, eine Balance zwischen Hype und Nachhaltigkeit zu finden.
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