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Ripple sichert sich eine neue Finanzierungslinie von 200 Millionen Dollar von der Vermögensverwaltung Neuberger Berman. Mit diesen Mitteln will das Unternehmen institutionellen Investoren den Handel sowohl mit Krypto als auch mit traditionellen Märkten wie Aktien und Anleihen erleichtern.
Die Finanzierung ist für den Prime-Brokerage-Zweig von Ripple vorgesehen. Solche Prime Broker unterstützen professionelle Investoren durch Kredite, die Verwaltung von Guthaben und die Eröffnung großer Handelspositionen.
Wie viel von den 200 Millionen Dollar letztendlich genutzt wird, hängt von der Nachfrage institutioneller Kunden ab. Sie können das Geld verwenden, um zusätzliche Positionen in Krypto, Aktien und Anleihen aufzubauen.
Nach Angaben von Noel Kimmel, Vorsitzender von Ripple Prime, zeigt das Geschäft, wie schnell sich die Finanzmärkte verändern.
„Das ist die Zukunft der Finanzierung“, so Kimmel. „Anleger wollen keine getrennten Systeme für Aktien, Anleihen und Krypto mehr. Alles wächst immer mehr zusammen.“
Ripple Prime nutzt das neue Kapital, um Kunden mehr finanziellen Spielraum beim Handel zu geben. Dadurch können professionelle Anleger einfacher Geld leihen, um größere Positionen in Krypto und traditionellen Märkten einzunehmen. Dies ist auch als Margin Trading bekannt.
Die von Kunden aufgenommenen Kredite dienen anschließend als Sicherheiten für die Finanzierungslinie von Neuberger Berman. Dies funktioniert ähnlich wie Konstruktionen, bei denen beispielsweise Autokredite oder Kreditkartenschulden als Sicherheit verwendet werden.
Laut Kimmel passt dieser Ansatz besser zu den heutigen Arbeitsweisen institutioneller Investoren.
„Unsere Kunden schauen nicht mehr auf einzelne Märkte oder getrennte Portfolios“, sagte er. „Ihre Finanzierungsstruktur muss daher die gleiche Flexibilität bieten.“
Prime Broker bieten Dienstleistungen wie Finanzierung, Wertpapierleihe und Verwahrung von Vermögenswerten, um große Investoren im Handel und im Risikomanagement zu unterstützen. Ripple positioniert sich dabei bewusst als nicht-bankäre Plattform, die sowohl traditionelle Märkte als auch Krypto bedienen will.
Institutionelle Investoren dringen derweil immer tiefer in den Kryptosektor vor. Dies wird teilweise durch die pro-krypto Haltung von Donald Trump und die wachsende Nachfrage nach digitalen Vermögenswerten an der Wall Street befeuert. Bereits Anfang dieses Jahres kündigte State Street eine Plattform für digitale Vermögenswerte an. Auch Standard Chartered soll laut Bloomberg an einer eigenen Prime-Brokerage-Plattform für Krypto arbeiten.
Ripple expandiert derweil rasend schnell. Letztes Jahr übernahm das Unternehmen den Prime Broker Hidden Road für 1,25 Milliarden Dollar, eine der größten Transaktionen in der Kryptobranche. Später folgte eine Vereinbarung zur Übernahme von GTreasury, einem Softwareunternehmen für Treasury-Management, für rund 1 Milliarde Dollar.
Außerdem sammelte Ripple im vergangenen Jahr noch 500 Millionen Dollar an Wachstumskapital ein. Dabei wurde das Unternehmen mit etwa 40 Milliarden Dollar bewertet. Unter anderem investierten Fortress Investment Group und Citadel Securities mit. Diese Mittel nutzt Ripple, um im Bereich Verwahrdienste, Stablecoins und Prime Brokerage weiter zu expandieren.
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