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Der XRP Ledger (XRPL) steht vor einem wichtigen Datenschutz-Upgrade, das das Netzwerk für Banken, Vermögensverwalter und andere große Finanzinstitute attraktiver machen soll. Die neue Funktion ermöglicht es, Beträge und Guthaben zu verbergen, ohne die Prüfbarkeit von Transaktionen einzuschränken.

Die Funktion ist Teil von XRPL-Version 3.3.0, aber noch nicht aktiviert. Zunächst müssen die Validatoren des Netzwerks zustimmen.

XRP Ledger soll Transaktionen vertraulicher machen

Die neue Funktion heißt Confidential Transfers und ist für Multi-Purpose Token gedacht. Mit diesen Token lassen sich unter anderem klassische Finanzprodukte wie Anleihen und Investmentfonds auf dem XRP Ledger ausgeben.

Für große Finanzinstitute ist das mit einem zentralen Problem verbunden. Auf einer öffentlichen Blockchain sind Transaktionen in der Regel für alle einsehbar. Banken und Vermögensverwalter wollen jedoch nicht, dass Wettbewerber genau nachvollziehen können, wie viel Kapital sie halten oder welche Beträge sie bewegen.

Confidential Transfers soll das ändern. Die beteiligten Accounts und die Art des Tokens bleiben sichtbar, die Beträge und Guthaben selbst können jedoch verschlüsselt werden.

Bemerkenswert ist, dass der XRPL die Korrektheit der Transaktion weiterhin prüfen kann. Mithilfe von Kryptografie kann das Netzwerk etwa feststellen, ob ausreichend Guthaben vorhanden ist und ob die Beträge stimmen, ohne die konkreten Zahlen offenzulegen.

Vorerst ist die Funktion noch eingeschränkt. Nutzer müssen sich aktiv dafür entscheiden, zudem funktioniert Confidential Transfers zunächst nur bei direkten Zahlungen mit Multi-Purpose Token zwischen Accounts. Der Handel über die integrierte Börse des XRPL sowie Anwendungen wie Escrow werden noch nicht unterstützt.

Bereits mehr als 530 Millionen Dollar auf dem XRPL

Die Datenschutzfunktion kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt. Immer mehr große Finanzakteure nutzen den XRP Ledger, um klassische Anlagen wie Fonds und Anleihen auf die Blockchain zu bringen.

Nach Daten von RWA.xyz liegen inzwischen tokenisierte Finanzanlagen im Wert von rund 1,38 Milliarden Dollar auf dem XRPL. Der größte Teil entfällt auf RLUSD, den Stablecoin von Ripple, mit etwa 845,7 Millionen Dollar.

Doch auch ohne RLUSD liegen bereits mehr als 530 Millionen Dollar an weiteren Finanzprodukten auf dem Netzwerk. Ondo kommt auf rund 212,6 Millionen Dollar, gefolgt von VERT Capital mit 116,1 Millionen Dollar und Archax mit 55,4 Millionen Dollar. Auch die französische Bank Société Générale hält auf dem XRPL Vermögenswerte im Umfang von etwa 11,6 Millionen Dollar.

Ripple versucht, diesen Markt in diesem Jahr weiter auszubauen. So brachte der Vermögensverwalter Aviva Investors im vergangenen Monat eine tokenisierte Version eines Teils seines U.S. Dollar Liquidity Fund auf den XRP Ledger.

Gerade bei solchen Größenordnungen kann zusätzlicher Datenschutz an Bedeutung gewinnen. Banken und Vermögensverwalter wollen Blockchain-Technologie nutzen können, ohne dass Wettbewerber laufend nachvollziehen können, wie viel Kapital sie halten oder bewegen. Confidential Transfers soll diese Hürde senken.

Weitere große Änderungen

Confidential Transfers ist nicht die einzige größere Neuerung in XRPL-Version 3.3.0. Das Update umfasst insgesamt sechs vorgeschlagene Funktionen, von denen mehrere das Netzwerk für Banken, Fonds und andere professionelle Akteure leichter nutzbar machen sollen.

Mit Batch lassen sich beispielsweise bis zu acht Transaktionen bündeln. Dabei kann festgelegt werden, dass die gesamte Abfolge nur ausgeführt wird, wenn jede einzelne Transaktion erfolgreich ist. Scheitert ein Teil, wird nichts umgesetzt. Das kann bei komplexeren Finanztransaktionen wichtig sein, bei denen mehrere Schritte voneinander abhängen.

Eine weitere Funktion namens Sponsor ermöglicht es, dass eine Partei die Transaktionskosten und erforderlichen Reserven für eine andere übernimmt. Neue Nutzer müssen dadurch nicht zunächst selbst XRP besitzen, bevor sie das Netzwerk verwenden können.

Permission Delegation gibt Unternehmen außerdem die Möglichkeit, anderen Parteien begrenzte Befugnisse einzuräumen. Ein Vermögensverwalter kann beispielsweise die Erlaubnis erhalten, bestimmte Transaktionen auszuführen, ohne vollständige Kontrolle über den Account zu bekommen.

Aktiv sind die neuen Funktionen noch nicht. Jede Änderung benötigt mindestens 80 Prozent Zustimmung der vertrauenswürdigen XRPL-Validatoren. Diese Unterstützung muss anschließend zwei Wochen lang ununterbrochen über diesem Niveau bleiben.

Für Confidential Transfers beginnt danach der eigentliche Praxistest. Große Finanzakteure halten inzwischen Vermögenswerte im Wert von Hunderten Millionen Dollar auf dem XRPL. Offen ist, ob sie die Möglichkeit tatsächlich nutzen werden, ihre Guthaben und Transaktionsbeträge zu verbergen.

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