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Der zweite Anlauf des XRP Ledger für sein großes Zahlungs-Upgrade dürfte gelingen. Genügend Validatoren unterstützen die überarbeitete Version, nun läuft die letzte Frist. Hinter den Kulissen arbeiteten Unternehmen bereits an Anwendungen, teilt Ripple mit.
Batch V1.1, so der offizielle Name des Upgrades, kann frühestens am Dienstag, 29. September, gegen 16:06 Uhr deutscher Zeit aktiviert werden. Das geht aus Daten von XRPScan hervor, einer Website, die sämtliche Aktivitäten im Netzwerk erfasst.
Derzeit unterstützen 30 von 35 Validatoren das Upgrade, das entspricht 85,71 Prozent. Validatoren prüfen Transaktionen und entscheiden über Änderungen am Netzwerk mit.
Die Schwelle liegt bei 80 Prozent, diese Zustimmung muss 14 Tage ohne Unterbrechung bestehen bleiben. Aktuell könnten zwei Validatoren ihre Position noch ändern, ohne dass dies Folgen hätte.
Mit dem XRP-Upgrade können Nutzer bis zu acht Transaktionen zu einem einzigen Vorgang bündeln. Die Transaktionen dürfen von verschiedenen Konten stammen und werden in einem Schritt verarbeitet. Im Alles-oder-nichts-Modus wird entweder das gesamte Paket ausgeführt, oder gar nichts passiert.
Scheitert ein einzelner Bestandteil, macht das Netzwerk das komplette Paket rückgängig. So kann nicht eine Seite eines Geschäfts abgewickelt werden, während die andere scheitert. Im Prinzip ähnelt das einem Notar, der ein Haus erst überträgt, wenn das Geld eingegangen ist – nur automatisch und innerhalb weniger Sekunden.
Technisch beseitigt das ein altes Problem. Wer auf dem XRP Ledger derzeit Token tauscht oder einen Vermögenswert gegen Zahlung überträgt, muss dies in einzelnen Schritten tun. Eine der beiden Parteien muss also zuerst leisten und darauf vertrauen, dass die andere Seite ebenfalls liefert.
In der Finanzwelt wird dieses Prinzip Delivery-versus-Payment genannt: Vermögenswert und Geld wechseln gleichzeitig den Eigentümer. Beispiele sind eine Depotbank, die Vermögenswerte überträgt, oder eine internationale Zahlung, die in einem Schritt abgeschlossen werden muss.
Entwickler können damit auch komplexere Abläufe bauen, ohne auf Smart Contracts zurückzugreifen, also Blockchain-Code, der Vereinbarungen automatisch ausführt. Das senkt die Einstiegshürde für neue Projekte im Netzwerk.
Auch Exchanges und Wallets profitieren davon. Sie können ihre Gebühren direkt mit der Zahlung eines Kunden verknüpfen, statt sie über eine separate Überweisung einzuziehen.
Sendet ein Kunde künftig beispielsweise 100 XRP über eine Wallet, werden Zahlung und Wallet-Gebühr gemeinsam in einem Paket abgewickelt. Scheitert die Zahlung, fallen für den Kunden auch keine Gebühren an.
Ripple zufolge entstehen bereits kommerzielle Projekte rund um Batch. Ayo Akinyele, Engineering-Chef der Entwicklungsabteilung RippleX, bleibt gegenüber CoinDesk vage. Mehr Details werde man nennen, sobald die Funktion live sei, darunter auch die Arbeit mit wichtigen Vermögensverwaltern.
Die Zurückhaltung von Ripple hat einen Grund. Im Februar fanden Forscher eine kritische Sicherheitslücke in der ersten Version von Batch. Ein Angreifer konnte unter bestimmten Umständen Transaktionen von fremden Konten hinzufügen. Aktiviert war diese Version allerdings nie, Kapital war nicht gefährdet.
Der überarbeitete Code steckt in xrpld 3.3.0, der Netzwerksoftware, die am 6. August veröffentlicht wurde. Die Sicherheitsfirmen Halborn und Common Prefix prüften ihn, ebenso Teilnehmer eines öffentlichen Hack-Wettbewerbs auf der Plattform Sherlock.
Bleibt die Unterstützung bis zum 29. September stabil, wird das XRP-Upgrade gegen 16:06 Uhr dauerhaft aktiviert. Fällt sie zuvor unter 80 Prozent, beginnt nach einer Erholung eine neue Zweiwochenfrist.
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