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Die Weltordnung, wie sie seit dem Zweiten Weltkrieg besteht, zerfällt. Das sagt Milliardär und Investor Ray Dalio. Seiner Meinung nach befindet sich die Welt in einer gefährlichen neuen Phase, in der Großmächte zunehmend gegeneinanderstehen. Das könnte auch Auswirkungen auf Krypto haben, sowohl positiv als auch negativ.
In einem ausführlichen X-Beitrag erklärt Dalio, dass wir uns in Phase 6 seines sogenannten Big Cycle befinden. Diese sechste Phase ist geprägt von der Auflösung internationaler Regeln, eskalierenden Konflikten und letztlich der Vorherrschaft der Macht. „Macht ist Recht“, so der Gründer von Bridgewater Associates.
Der Big Cycle von Ray Dalio beschreibt, wie große Reiche oder wirtschaftliche Mächte auf vorhersehbare Weise aufsteigen und fallen. Der Zyklus besteht aus sechs Phasen, beginnend mit einer Zeit des Friedens und Wachstums, gefolgt von steigenden Schulden, internen Spannungen und der Zersplitterung der Macht.
Schließlich führt dies zu externen Konflikten, in denen Regeln verschwinden und „Macht ist Recht“ gilt. Diese Zyklen wiederholen sich laut Dalio durch die Geschichte hindurch, und er warnt, dass wir uns nun erneut in einer solchen Endphase befinden.
Er vergleicht die Situation mit den 1930er Jahren. Charakteristisch für diese Phase sind:
Die Spannungen zwischen den USA und China rund um Taiwan bezeichnet Dalio als das gegenwärtig bedeutendste geopolitische Pulverfass.
Dalis Analyse hat weitreichende Folgen für die Kryptobranche. In seinem Szenario entsteht eine Welt, in der das Vertrauen in Regierungen, Währungen und Zentralbanken schwindet. Dies kann sich auf zwei Arten auf Krypto auswirken:
Langfristig könnte eine stärkere Fragmentierung des globalen Finanzsystems positive Effekte für Krypto haben. Dalio nennt selbst Sanktionen, Kapitalbeschränkungen und das Einfrieren von Vermögenswerten als häufigere Taktiken in dieser Phase des Zyklus.
In einer solchen Welt könnte Bitcoin (BTC) als zensurresistentes und grenzüberschreitendes Alternativsystem an Attraktivität gewinnen.
Wenn das Vertrauen in traditionelle Währungen schwindet, steigt die Anziehungskraft von Bitcoin als ‚digitales Gold‘. Krypto bietet dann eine Ausweichmöglichkeit aus dem bestehenden System, unabhängig von Banken und Regierungen.
Auf kurze Sicht sieht das Bild jedoch weniger positiv aus. Geopolitische Spannungen können zu starken Kursrückgängen führen. In Zeiten der Unsicherheit suchen Anleger Sicherheit, was historisch gesehen bedeutet: eine Flucht zu Assets mit längerer Reputation, wie Gold.
Zudem führen Kriegsgedrohung, Rezessionssorgen und eine straffere Geldpolitik häufig zu „Risk-Off“-Verhalten an den Finanzmärkten. Das führt zu verminderter Risikobereitschaft, scharfen Preisrückgängen und erhöhter Volatilität auf dem Kryptomarkt.
Gerade im letzten anderthalb Jahr war dieses Muster deutlich zu beobachten. Gold schnitt erheblich besser ab als Bitcoin. Mit einem Preis von über 5.000 Dollar pro Unze (circa 31 Gramm) stieg das Edelmetall seit Anfang letzten Jahres um etwa 90 Prozent, das beste Jahr seit den 1970er Jahren. Bitcoin hingegen fiel im gleichen Zeitraum um rund 26 Prozent.
Der enorme Preisanstieg von Gold wird auch durch Zentralbanken weltweit vorangetrieben, die in großem Umfang Gold horten. Laut der französischen Bank BNP Paribas ist der Aufwärtstrend noch nicht vorbei: Sie halten einen Goldpreis von 6.000 Dollar pro Unze für realistisch, insbesondere angesichts anhaltender geopolitischer Spannungen.
Bitcoin (BTC) könnte vor einer längeren Phase von Kursrückgängen stehen, trotz des starken Kursanstiegs im April.
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