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Der US-Prognosemarkt Kalshi führt Gespräche über eine neue Finanzierungsrunde zu einer Bewertung von rund 40 Milliarden US-Dollar. Das wäre nahezu eine Verdopplung gegenüber der Bewertung, die das Unternehmen im Mai erzielt hatte.
Innerhalb von weniger als einem Jahr würde sich der Unternehmenswert damit verachtfachen. Das unterstreicht den rasanten Aufstieg von Prognosemärkten – und immer mehr große Akteure wollen daran verdienen.
Kalshi könnte die Runde bereits im dritten Quartal abschließen, berichtet die Financial Times unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.
Eine Bewertung ist das Preisschild, das Investoren dem gesamten Unternehmen geben. Diese Zahl kann stark schwanken, denn jede Runde setzt einen neuen Preis. Bei Kalshi ging es von 5 Milliarden US-Dollar im Oktober über 11 Milliarden US-Dollar im Dezember und 22 Milliarden US-Dollar im Mai nun womöglich auf 40 Milliarden US-Dollar.
Kalshi ist ein privates Unternehmen, das heißt: Die Anteile werden nicht frei an der Börse gehandelt. Nur ausgewählte Investoren können einsteigen – und sie legen gemeinsam die Bewertung fest. Doch das könnte sich ändern, denn Kalshi denkt öffentlich über einen Börsengang nach.
Auf einem Prognosemarkt wetten Nutzer auf den Ausgang unterschiedlichster Ereignisse – von Wahlen und Sportereignissen bis zum Wetter am nächsten Tag. Während der US-Präsidentschaftswahlen wurden diese Plattformen schlagartig populär. Die Märkte schätzten die Chancen teils sogar präziser ein als klassische Umfragen.
Die Bewertung lässt den größten Konkurrenten deutlich hinter sich. Polymarket wurde im April noch mit 15 Milliarden US-Dollar taxiert.
Auch beim Handelsvolumen hat Kalshi die Führung klar inne. Laut Token Terminal wickelte die Plattform im Mai 17,9 Milliarden US-Dollar ab – gegenüber 7,1 Milliarden US-Dollar bei Polymarket.

Kalshi übernahm die Spitzenposition im September vergangenen Jahres, als das Unternehmen über Robinhood Wetten auf American Football ermöglichte.
Kalshi und Polymarket unterscheiden sich technisch deutlich. Polymarket läuft auf der Blockchain und rechnet Wetten in der Stablecoin USDC ab. Kalshi arbeitet dagegen als klassisch regulierte Plattform mit US-Dollar.
Der Hype zieht auch Schwergewichte an. Meta-Chef Mark Zuckerberg lässt eine eigene Prognose-App entwickeln und die US-Finanzriesen Charles Schwab und Cboe wollen Kunden über eigene Prognosekontrakte Spekulationen auf den S&P 500 ermöglichen.
Gleichzeitig häufen sich Klagen. Mehrere US-Bundesstaaten werten die Sportwetten als illegales Glücksspiel und ziehen vor Gericht. Kalshi hält dagegen und verklagte am Mittwoch selbst den Staat Illinois, nachdem in der vergangenen Woche unter anderem Kentucky seinerseits gegen Kalshi geklagt hatte.
Das Unternehmen beruft sich auf die CFTC, die Bundesaufsicht, die für sich beansprucht, allein für Prognosemärkte zuständig zu sein. Ob diese Argumentation trägt, muss das Gericht klären. Nach Angaben eines Insiders macht rund zwei Drittel der Wetten auf Kalshi Verlust.
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