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Der amerikanische Finanzdienstleister Charles Schwab arbeitet an einem neuen Angebot, das es Kunden ermöglicht, auf die Richtung des Aktienmarktes zu spekulieren. Damit betritt das Unternehmen einen Markt, der in den letzten Jahren schnell gewachsen ist und zunehmend die Aufmerksamkeit großer Finanzakteure auf sich zieht. Befürworter meinen, dass Prognosemärkte bis 2030 ein jährliches Handelsvolumen von 1 Billion US-Dollar erreichen könnten.

Schwab setzt auf einfache Struktur

Wie The Wall Street Journal am Freitag berichtete, möchte Charles Schwab in wenigen Monaten Kontrakte einführen möchte, mit denen Anleger einfache Ja-oder-Nein-Prognosen über den S&P 500-Index abgeben können. Das Produkt wird in Zusammenarbeit mit dem Finanzmarktbetreiber Cboe Global Markets entwickelt.

Die Kontrakte unterscheiden sich von traditionellen Optionen. Nutzer müssen nicht auf das genaue Ausmaß einer Kursbewegung spekulieren, sondern lediglich vorhersagen, ob der S&P 500 über oder unter einem vorab festgelegten Niveau schließen wird.

Prognosemärkte haben in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen. Plattformen wie Kalshi und Polymarket bieten Kontrakte zu verschiedenen Themen wie Wahlen, Sportereignissen, Wirtschaftsdaten und Unternehmensnachrichten an.

Charles Schwab wählt vorerst einen eingeschränkten Ansatz. Laut dem Bericht können Kunden nur auf den Schlussstand des S&P 500 setzen. Damit konzentriert sich das Unternehmen direkt auf den Aktienmarkt und nicht auf politische oder gesellschaftliche Ereignisse.

Charles Schwab erweitert sein Angebot

Dieser Schritt folgt kurz nachdem das Unternehmen im Mai den Spot-Handel mit Bitcoin und Ether für Privatkunden ermöglicht hat. Damit weitet der Finanzdienstleister sein Angebot auf neue Märkte und Produkte weiter aus.

Im ersten Quartal 2026 erzielte Charles Schwab einen Nettogewinn von 2,5 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen gehört zu den größten Finanzdienstleistern der Vereinigten Staaten.

Behörden bleiben skeptisch

Trotz des schnellen Wachstums stehen Prognosemärkte wie Kalshi und Polymarket weiterhin unter der Beobachtung verschiedener US-Behörden. Insbesondere die Unternehmen Kalshi und Polymarket werden von Aufsichtsbehörden und Politikern kritisch beobachtet.

Kritiker befürchten, dass Teilnehmer von nicht öffentlichen Informationen profitieren könnten. Zudem gibt es rechtliche Verfahren darüber, welche Arten von Kontrakten angeboten werden dürfen.

Die US-Aufsichtsbehörde CFTC vertritt die Ansicht, dass Prognosekontrakte unter die bestehenden Derivatvorschriften fallen und somit in ihren Zuständigkeitsbereich gehören. Verschiedene Rechtsstreitigkeiten über diese Auslegung sind noch nicht abgeschlossen.

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