Die Vorhersagemarkt-Plattform Polymarket verhandelt mit der amerikanischen Aufsichtsbehörde CFTC über eine vollständige Öffnung für US-Nutzer. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Das Unternehmen versucht, seine Position in den USA wiederherzustellen, während der Konkurrent Kalshi zuletzt an Boden gewonnen hat.
Vollständige Rückkehr in die USA in Sicht
Im Jahr 2022 erhielt Polymarket eine Geldstrafe von 1,4 Millionen Dollar von der CFTC wegen des Angebots nicht registrierter Verträge, die auf Ereignisresultaten basieren.
Im Rahmen der Vereinbarung musste die Plattform amerikanische Nutzer ausschließen. Für eine Rücknahme dieser Entscheidung ist eine offizielle Abstimmung der Aufsichtsbehörde erforderlich. Derzeit sind vier der fünf Sitze unbesetzt, was eine schnellere Entscheidung ermöglichen könnte.
Bereits im Dezember 2025 unternahm Polymarket einen begrenzten Wiedereintritt in die USA über eine separate, regulierte Umgebung. Diese App war ausschließlich auf Sportwetten ausgerichtet und nur über eine Warteliste zugänglich. Eine vollständige Rückkehr würde bedeuten, dass auch die internationale Hauptplattform für Amerikaner geöffnet wird.
Polymarket verliert Marktanteile an Konkurrenten
Derweil hat sich der Konkurrent Kalshi bereits stärker auf dem amerikanischen Markt etabliert. Kalshi trat zuvor als offizieller Marktanbieter für die Kryptobörse Coinbase auf. Im November 2024 machte Polymarket noch über 90 Prozent des gesamten monatlichen Volumens in Vorhersagemärkten aus, verliert jedoch seit September 2025 stetig Marktanteile an Kalshi, wie Dune-Daten zeigen.
Auch Kalshi bleibt von rechtlichen Problemen nicht verschont. Der Generalstaatsanwalt von Wisconsin reichte am 23. April eine Klage gegen Kalshi und Polymarket sowie Unternehmen wie Coinbase, Robinhood und Crypto.com ein. Ihnen wird vorgeworfen, illegale Sportwetten über Verträge auf die Ergebnisse von Sportereignissen zu erleichtern.
Darüber hinaus geriet Polymarket kürzlich in eine negative Schlagzeile durch einen Strafprozess in den USA. Das US-Justizministerium beschuldigt einen Soldaten, geheime Informationen genutzt zu haben, um auf der Plattform zu handeln. Er soll mit Wissen über eine militärische Operation in Venezuela auf verschiedene Ergebnisse gesetzt und damit über 400.000 Dollar verdient haben.
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