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Die beliebte Krypto-Plattform Polymarket zieht gegen den Bundesstaat Massachusetts vor ein Bundesgericht. Das Unternehmen will verhindern, dass lokale Behörden in seine Aktivitäten eingreifen, und argumentiert, dass nur die Bundesregierung befugt ist, sogenannte Vorhersagemärkte zu regulieren.
Polymarket führt an, dass der US-Kongress die Zuständigkeit für sogenannte Event-Kontrakte explizit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zugewiesen hat. Bei diesen Verträgen setzen Nutzer Geld auf den Ausgang zukünftiger Ereignisse wie Sportveranstaltungen oder Wahlen. Den Staaten sollte laut der Plattform hier kein Mitspracherecht zustehen.
Rechtsdirektor Neal Kumar beschreibt dies als „eine nationale Angelegenheit, die eine einheitliche Auslegung erfordert“. Die Klage soll verhindern, dass die Generalstaatsanwältin von Massachusetts, Andrea Campbell, regulatorische Maßnahmen gegen die Plattform ergreift.
Vorhersagemärkte sind Plattformen, auf denen Nutzer auf Basis von Erwartungen handeln. Der Preis eines Kontrakts spiegelt die Wahrscheinlichkeit wider, die der Markt einem Ausgang zuschreibt. Befürworter sehen dies als Möglichkeit, kollektives Wissen zu nutzen, während Kritiker es als eine verschleierte Form des Glücksspiels betrachten.
Polymarket operiert weitgehend über Blockchain-Technologie. Dadurch ist die Plattform dezentral aufgebaut und funktioniert ohne zentrale Vermittler.
Die Klage von Polymarket ist präventiv ausgerichtet. Das Unternehmen möchte ein Urteil erwirken, das Staaten wie Massachusetts verbietet, eigenständig Regulierungen durchzusetzen. Solche Maßnahmen würden laut Polymarket das auf Bundesebene bereits durch die CFTC geregelte Aufsichtssystem untergraben.
Der Fall kommt kurz nachdem ein Gericht in Massachusetts der konkurrierenden Plattform Kalshi untersagte, sportbezogene Kontrakte anzubieten. Auch in Nevada wurde Polymarket verboten, Sportkontrakte anzubieten, da dies die Integrität der bestehenden Glücksspielgesetze gefährden könnte.
Neben Massachusetts und Nevada sollen mindestens acht weitere Staaten Schritte gegen Vorhersagemärkte unternommen haben. Kalshi nennt unter anderem New York, Illinois und Ohio als Staaten, die rechtliche Hürden aufbauen.
Trotz des zunehmenden Drucks seitens der Aufsichtsbehörden wachsen Vorhersagemärkte rasant. Daten von Dune zeigen, dass im Januar innerhalb einer Woche Transaktionen im Wert von 3,7 Milliarden Dollar abgewickelt wurden, was einen Rekord darstellt.
Polymarket und Kalshi sind führend in der Branche und ziehen beide erhebliche Investitionen an. Polymarket wird inzwischen auf etwa 9 Milliarden Dollar bewertet, Kalshi sogar auf 11 Milliarden Dollar.
Das Ergebnis dieser Bundesklage könnte einen rechtlichen Präzedenzfall schaffen und entscheidend für die Zukunft dieses Sektors in den USA sein.
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