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Polymarket erwägt die Einführung einer obligatorischen Identitätsprüfung für Nutzer. Das beliebte Vorhersagemarkt-Plattform könnte damit strengere „Know Your Customer“ (KYC)-Regeln anwenden, um rechtliche Risiken und Probleme mit internationalen Aufsichtsbehörden zu minimieren.

Die mögliche Maßnahme kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Regierungen weltweit Wettbörsen kritischer unter die Lupe nehmen. Mehrere Länder haben den Zugang zu Polymarket inzwischen eingeschränkt oder vollständig gesperrt, da Bedenken hinsichtlich illegaler Glücksspielpraktiken, Sanktionsumgehung und Insiderhandel bestehen.

Polymarket blockiert zahlreiche Länder

Polymarket ist eine Online-Plattform, auf der Nutzer auf den Ausgang von Ereignissen wie Wahlen, wirtschaftlichen Entscheidungen und geopolitischen Entwicklungen setzen können. Die Beliebtheit der Plattform wuchs in den letzten Jahren rapide, auch weil Nutzer relativ anonym handeln konnten.

Laut jüngsten Berichten hat Polymarket derzeit mehrere Dutzend Länder von der Teilnahme ausgeschlossen. Unter anderem sind Russland, Iran und Nordkorea aufgrund internationaler Sanktionsbestimmungen blockiert.

Aufsichtsbehörden befürchten, dass die eingeschränkte Nutzerkontrolle zu Missbrauch der Plattform führen könnte. Dabei werden Risiken wie Geldwäsche, Sanktionsumgehung und Handel mit vertraulichen Informationen angeführt.

Kontroverse nach 400.000 Dollar Gewinn

Die Diskussion um Polymarket erhielt kürzlich zusätzliche Aufmerksamkeit durch einen bemerkenswerten Fall in den USA. Ein amerikanischer Soldat hat über die Plattform auf eine mögliche Verhaftung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gesetzt.

Berichten zufolge verdiente der Nutzer damit etwa 400.000 Dollar. US-Medien berichteten, dass möglicherweise vertrauliche Informationen genutzt wurden, was die Bedenken hinsichtlich Insiderhandel weiter verstärkte.

Donald Trump unterstützt bundesweite Regulierung

Auch politisch wächst das Interesse an Wettbörsen . Der ehemalige US-Präsident Donald Trump sprach sich diese Woche über Truth Social für eine bundesweite Regulierung von Plattformen wie Polymarket und Kalshi aus.

Trump zufolge sollte die amerikanische Commodity Futures Trading Commission (CFTC) die alleinige Aufsicht über Vorhersagemärkte erhalten. Damit will er verhindern, dass einzelne Bundesstaaten eigenständig gegen diese Plattformen vorgehen.

Die Diskussion ist besonders brisant, da Donald Trump Jr. sowohl bei Kalshi als auch bei Polymarket beratende Rollen innehat.

Untersuchung wegen Insiderhandels

Unterdessen haben Mitglieder des US-Repräsentantenhauses eine Untersuchung wegen möglichen Insiderhandels auf Wettbörsen angekündigt.

Dabei liegt der Fokus speziell auf Märkten rund um internationale Konflikte, darunter die Spannungen zwischen den USA, Israel und Iran. Kritiker befürchten, dass Personen mit Zugang zu sensiblen Informationen finanziell von solchen Märkten profitieren könnten.

Für Polymarket würde eine verpflichtende Identitätskontrolle eine große Veränderung darstellen. Die Plattform war gerade für den einfachen Zugang und die Möglichkeit, unter Pseudonym zu handeln, bekannt. Dennoch scheint strengere Regulierung immer näher zu rücken, da Aufsichtsbehörden weltweit verstärkt gegen unregulierte Vorhersagemärkte vorgehen.

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