Der südkoreanische Aktienmarkt erlebt seine schwärzesten Tage seit der Finanzkrise 2008. Der Kospi-Index, der im vergangenen Jahr noch zu den weltweit besten zählte, fiel am Mittwoch im Tief um mehr als 12%.
Der Handel wurde vorübergehend ausgesetzt. Schwergewichte wie Samsung Electronics, SK Hynix und Hyundai Motor zogen den Markt nach unten.

AI-Hype kippt in Verkaufswelle
Der koreanische Markt profitierte in diesem Jahr stark von der weltweiten AI-Hype. Auf dem Höhepunkt lag der Kospi fast 50% höher. Analysten hoben ihre Kursziele an und private Anleger stiegen massenhaft ein.
Dieses Sentiment hat sich blitzschnell geändert. Die steigenden Ölpreise durch den Krieg mit Iran schüren Inflationsängste. Südkorea ist der achtgrößte Ölverbraucher der Welt und daher besonders anfällig für höhere Energiepreise.
Zwangsverkäufe beschleunigen den Rückgang
Ein wesentliches Risiko ist der hohe Grad an Handel mit geliehenem Geld. Investoren hatten bei vielen populären Aktien nur 30 bis 40% Eigenkapital angelegt. Jetzt, da die Kurse fallen, werden Positionen zwangsweise verkauft, um Marginverpflichtungen zu erfüllen.
Der Volatilitätsindex des Kospi 200 erreichte das höchste Niveau seit November 2008. Ausländische Investoren verkauften am Dienstag koreanische Aktien im Wert von umgerechnet 680 Millionen Dollar. Private Anleger kauften zwar zu, aber weniger aggressiv als zuvor.
Energieaktien steigen entgegen dem Trend
Trotz der breiten Panik gab es auch Ausreißer nach oben. Energieaktien wie Daesung Energy und Korea Petroleum Industries stiegen um etwa 30%. Einige Analysten sehen in der Korrektur Chancen, insbesondere bei Unternehmen aus der Verteidigungs- und Schiffbauindustrie, die von globaler Instabilität profitieren.
Trotz des schweren Rückschlags liegt der Kospi in diesem Jahr immer noch über 20% höher. Der Index bleibt weiterhin über der symbolischen Marke von 5.000 Punkten. Dennoch nehmen die Risiken zu: Händler rechnen inzwischen mit zwei Zinserhöhungen durch die Zentralbank aufgrund der steigenden Inflation.
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